Kinderoper an der Wien

„Es hat sich ausgeschneit!“: Frau Holle hat genug

Kultur
23.02.2026 13:44

Das Theater an der Wien verpackt das Thema Klimawandel mit Märchenfiguren in eine kurzweilige Kinderoper – durchaus effektvoll und mit Humor, aber auch mit dramaturgischen Schwächen.

Frau Holle will nicht mehr. Ständig beschweren sich die Menschen über das Wetter. Nichts ist ihnen recht. Und dann greifen sie auch noch selbst ein in die Wettermaschine, heizen fleißig den Klimawandel an und bringen die fein abgestimmte Dramaturgie der Natur durcheinander. Frau Holle schmeißt hin, ihre Assistenten, der Pech-Andi und der Gold-Andi, übernehmen – und bringen noch einmal ordentlich Chaos ins Wettergeschehen.

Ein aktuelles Thema, Figuren, die aus der Märchenwelt der Gebrüder Grimm entlehnt sind: Das Theater an der Wien knüpft aus diesen Zutaten eine Kinderoper (ab sechs Jahren) für eine Sängerin und zwei agierende Instrumentalisten. Musikalisch ist das Stück durchaus raffiniert gebaut. Ein Klarinettist (Manuel Ernst) und ein Pianist (am Hammerklavier: Alexander Gergelyfi) spielen die Sprechrollen der beiden Assistenten mit viel Witz und Hingabe und bilden das effektvolle Mini-Orchester.

Für Opernsound ist Frau Holle (pointiert, aber wenig wortdeutlich: Mezzosopranistin Tatiana Kuryatnikova) zuständig. Ohne Orchesterklang sind ihre gesungenen Wutausbrüche und Wettertiraden ein dramatischer Fremdkörper in dieser sonst sehr stimmigen Musiktheaterwelt.

Detailverliebtes Wetter-Labor
Catharina von Bülow hat die Szenen mit viel Nebel und Wind, Blitz und Donner in der detailverliebten Wetterlabor-Bühne von Anna Kreinecker inszeniert. Doch an der einstündigen Produktion bleibt auch vieles dramaturgisch unschlüssig – wie etwa die stilisierten Barock-Kostüme der Figuren oder das Finale mit einem losen wie banalen Wir-sind-alle-verantwortlich-Traum.

Die Zielgruppe an Volksschülern erfreut sich bei dieser Produktion an flottem Slapstick und vielfältigen Theatereffekten, sitzt ob der räumlichen Nähe fast mitten im Stück und erlebt Oper ganz hautnah. Die Zwischenrufe der sehr aktiven kleinen Besucher („Wir wollen eine Zuckerwatten-Maschine!“) und dramaturgischen Hinweise („Du musst die Maschine erst einstecken!“) erweisen sich dennoch als der witzigste Teil dieser etwas gewollten Produktion, die im Sommer auch bei den Salzburger Festspielen zu sehen sein wird.

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