Gewerkschaft, VSStÖ

Akademikerball: Weniger Demonstranten als erwartet

Wien
20.02.2026 19:15
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Akademikerball in der Wiener Hofburg hat auch heuer wieder für Proteste in und um die Innenstadt gesorgt (siehe Video oben). Das Wetter dürfte aber einige Menschen abgehalten haben, zu kommen. Laut „Krone“-Infos versammelten sich etwa 200 bis 300 Demonstrierende. Prognostiziert waren mehr als tausend.

Insgesamt gab es zwei Demonstrationen in Wien. Um 17 Uhr startete der Protestzug der Plattform „Offensive gegen Rechts“ vor der Hauptuniversität Wien. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen bis zum Stephansplatz. Kurz nach 18 Uhr hielt sich der Zustrom im Vergleich zu den Vorjahren noch in Grenzen. Um etwa 17.45 Uhr startete die Kundgebung „Budenbummel“ am Urban-Loritz-Platz. Dieser führte zum Schmerlingplatz. Die Polizei war laut der Nachrichtenagentur APA nicht schlechter vertreten als die Demonstrierenden: Mehrere hundert Einsatzkräfte waren vor Ort, mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern.

An den Protestzügen nahmen unter anderem Mitglieder der Gewerkschaft und des Verbands Sozialistischer Student_innen in Österreich (VSStÖ) teil. Die Wiener Polizei hatte im Vorfeld empfohlen, den Bereich der Innenstadt großräumig zu umfahren. Auch der öffentliche Verkehr war von Einschränkungen betroffen. Seit 18 Uhr gilt ein Platzverbot am Heldenplatz, um Demonstrierende und Ballgäste voneinander fernzuhalten.

Zum Protest rief unter anderem die „Offensive gegen Rechts“ auf.
Zum Protest rief unter anderem die „Offensive gegen Rechts“ auf.(Bild: krone.tv )

Rosenkranz und Nepp bei Ball
„Dieser Ball ist seit Jahren ein Vernetzungstreffen der europäischen Rechten, welche mit ihrer Ideologie den Faschismus befeuern und unsere Gesellschaft weiter spalten“, sagte Käthe Lichtner von der „Offensive gegen Rechts“. Inhalte der Proteste waren unter anderem Kritik am Kapitalismus und Sozialabbau.

Auf dem Ball selbst wird wieder FPÖ-Prominenz erwartet, darunter Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und Wiens Landesparteichef Dominik Nepp. FPÖ-Chef Herbert Kickl lässt sich hingegen nicht blicken, weil er laut eigener Aussage kein Ballgeher ist. Kritik an der Teilnahme von Rosenkranz kam auch von SPÖ und Grünen. „Der Akademikerball steht seit Jahren für ein Milieu, das deutschnationales und rechtsextremes Gedankengut verharmlost. Wer als Nationalratspräsident eine überparteiliche und verbindende Rolle innehat, darf solchen Veranstaltungen nicht durch seine Anwesenheit Legitimität verleihen“, sagte etwa SPÖ-Erinnerungskultur-Sprecherin Sabine Schatz.

Die Freiheitlichen wiesen das zurück. Schatz hätte ein „bedenkliches Demokratieverständnis“ und sei „gerade in Zeiten linksextremistischer Gewalteskalation verantwortungslos“, sagte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker.

Der Wiener Akademikerball wird seit 2013 unter seinem aktuellen Namen abgehalten. Er gilt als Nachfolger des WKR-Balls, der seit 1952 ausgerichtet wurde. Die mehrheitlich linke Seite demonstriert seit Jahren dagegen. Im Vorjahr gab es laut der Polizei keine „nennenswerten Zwischenfälle“.

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