In ganz Österreich treten nur 27 Schüler am Freitag zur „Altgriechisch“-Matura an, zwei davon in der Steiermark. Wir haben sie getroffen. Was fasziniert sie an dem Fach? Und ist ihr Lehrer ausgelastet?
Man denkt an Athen, vergangene Zeiten, große Philosophen … „Wir interpretieren Texte, die bis zu 2700 Jahre alt sind. Es geht um die Ursprünge der gesamten europäischen Kulturgeschichte“, sagt Markus Lienhart, Altgriechisch- und Lateinlehrer am Akademischen Gymnasium in Graz – der einzigen steirischen Schule, an der am Freitag zwei Schüler in Altgriechisch maturieren (in ganz Österreich sind es nur 25 weitere). Die Schule wird extra für sie aufgesperrt.
„Ich bin nervöser als vor allen anderen Fächern“, sagt Valentina Schubert. Kollege Konstantin Hofer nickt. Denn Altgriechisch ist, bei aller Liebe für das Fach, nicht leicht. Die 17-Jährigen haben gerade Mathe-Matura geschrieben, als wir sie treffen. Auch Latein haben beide schon schriftlich maturiert. Konstantin legt noch eines drauf und will Latein und Altgriechisch sogar mündlich maturieren und dann auch studieren, auf Lehramt. Valentina will eine medizinische Richtung einschlagen.
Doch was fasziniert die beiden an einer toten Sprache?
„Man kann viele Parallelen zu heute ziehen, wie Menschen gehandelt haben, wie es heute ist“, sagt Valentina. Schließlich umfasse das Fach philosophische und gesellschaftliche Aspekte. „Es ist fast lächerlich, wenn wir heute die Weltpolitik betrachten, wie oft sich das politische Weltgeschehen in diesen Texten wiederfindet“, fügt auch Lehrer Lienhart an. „Es ist gut, die Gedanken der Menschen von früher zu verstehen und aus der Geschichte zu lernen“, sagt Konstantin.
10 bis 20 Schüler wählen das Fach an der AHS jährlich. Die Maturanten sind sich einig: „Altgriechisch und Latein sollte es weiter geben. Es geht um mehr als Sprache.“
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.