Bezahldienste

D: Sparkassen sagen Google und Co. den Kampf an

Web
23.05.2014 08:45
Die deutschen Sparkassen sagen Google und anderen Quereinsteigern in der Finanzbranche den Kampf an. "Im vermeintlich kostenlosen Zahlungsverkehr dieser neuen Anbieter zahlen Kunden mit ihren Daten und liefern sich damit einer umfassenden Ausforschung aus", sagte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon am Donnerstag auf einer Konferenz öffentlich-rechtlicher Banken in Berlin. Die Sparkassen wollten deshalb die Auseinandersetzung mit Google und Co. suchen "und uns dabei durch Datensicherheit unterscheiden", kündigte Fahrenschon an.

Da Google Kundendaten aus unterschiedlichen Lebensbereichen miteinander vernetze, sei das Unternehmen "eine Gefahr für den freien Wettbewerb und die Selbstbestimmung der Kunden", sagte Fahrenschon. Die Politik müsse die Menschen vor dieser Ausforschung schützen.

Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte jüngst bereits erklärt, sein Ministerium beobachte, ob Unternehmen wie Google ihre marktbeherrschende Stellung missbrauchten. Als letztes Mittel brachte der SPD-Chef eine Entflechtung des Internetgiganten ins Spiel, wie sie bei Strom- und Gasnetzen bereits durchgesetzt wurde.

Internetkonzerne wie Google und die eBay-Tochter Paypal machen Banken seit einiger Zeit im Zahlungsverkehr Konkurrenz. Auch Facebook drängt Medienberichten zufolge in den Finanzmarkt und hat laut "Financial Times" eine Banklizenz in Irland beantragt.

Kritisch sieht der Deutsche Sparkassen- und Giroverband vor allem, dass die Konzerne im Zuge der geplanten EU-Zahlungsdienste-Richtlinie Zugriff auf die Kontendaten von Bankkunden bekommen könnten. Fahrenschon fordert, dass deutsche Politiker gegen diese Richtlinie mobil machen.

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