Wie eine neue internationale Studie zeigt, wählte der italienische Geigenbauer Antonio Stradivari sein Holz gezielt aus den Höhenlagen der Alpen.
Die bisher umfangreichste Untersuchung zur Herkunft des Holzes wurde im Fachjournal „Dendrochronologia“ veröffentlicht. Ein internationales Forschungsteam analysierte 314 Jahresringzeitreihen von 284 authentischen Instrumenten.
Dabei zeigte sich, dass Stradivari in seinen frühen Jahren Holz aus unterschiedlichen, teils nicht genau lokalisierbaren Regionen verwendete – später jedoch auf eine klar definierte Herkunft setzte.
Besonders in seiner künstlerisch reifsten Phase zu Beginn des 18. Jahrhunderts bezog er das Fichtenholz fast ausschließlich aus dem Fleimstal (Val di Fiemme) im italienischen Trentino.
Für diese Erkenntnis wurden 314 Jahresring-Zeitreihen von 284 authentischen Instrumenten ausgewertet. Stradivari wählte demnach gezielt Fichten, die während des sogenannten Maunder-Minimums zwischen 1645 und 1715 gewachsen sind. Diese Zeit war durch eine verminderte Sonnenaktivität und eine allgemeine Abkühlung geprägt.
Das langsame Wachstum führte zu besonders dünnen und regelmäßigen Jahresringen, was dem Holz eine homogene und hochwertige Struktur verlieh – ideal für den Bau von Resonanzböden.
Mehrere Geigen aus einem Baumstamm
Sehr ähnliche Jahresringsequenzen bei verschiedenen Instrumenten weisen darauf hin, dass Stradivari oft Bretter aus demselben Baumstamm für mehrere Geigen verwendete, selbst wenn diese in unterschiedlichen Jahren gefertigt wurden. Dieses Vorgehen spiegle eine sehr bewusste Auswahl des Materials wider.
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