Betriebe locken mit ihren Vorteilen im Job: Matura in der Arbeitszeit statt abends, kostenloser Führerschein, Aufenthalte im Ausland und mehr. Doch worauf kommt es bei der Berufswahl der Jugend tatsächlich an?
Die Zeiten, in denen man um einen Lehrplatz noch kämpfen oder gar warten musste, sind vorbei. Heute ist es eher so, dass Betriebe nach den jungen Menschen suchen. Und das sieht man deutlich am zweiten Tag der Kärntner Lehrlingsmesse. Egal, ob Tourismus, Gewerbe oder Industrie – jede Sparte hat die ein oder andere Attraktion, um die Besucher für ihr Berufsfeld zu überzeugen.
Gelockt wird dabei gewieft: Nicht nur mit Essen oder kleinen Geschenken, sondern auch mit den unterschiedlichen Vorteilen, die Lehrlinge im Beruf haben.
Gratis Führerschein bis hin zu Auslandspraktika
So zahlt das Unternehmen Spar seinen Lehrlingen zum Beispiel den Führerschein. „Wenn die Noten in der Berufsschule passen, bekommen die Lehrlinge als Motivation auch andere Dinge, wie einen Laptop oder coole Sneaker“, erzählt Astrid Erlacher, Betriebsrätin der Spar-Filiale Tann Föderlach. Die Klagenfurter Stadtwerke setzen auf den öffentlichen Verkehr: „Wir finanzieren unseren Lehrlingen das ,Kärnten mobil‘-Ticket „, weiß Lehrlingsbeauftragte Nicole Achatz.
In einigen Betrieben wird Lehre mit Matura forciert, andere wiederum locken mit bezahlten Auslandspraktika. Gleich beides bekommen die Lehrlinge beim Land Kärnten: „Wer bei uns die Lehre mit Matura anstrebt, macht diese nicht am Abend nach der Arbeit, sondern während der Arbeitszeit“, erzählt Erika Napetschnig, Leiterin des Lehrbetriebs des Landes Kärnten. Bestätigen kann das die 17-jährige Bettina. Sie macht die Lehre zur Labortechnikerin beim Land und schwärmt von ihrer Auslandserfahrung in Dänemark.
Auch Betriebe in der Gastro- und Hotellerie unterstützen Lehrlinge, wenn sie ins Ausland gehen wollen. Die Falkensteiner Hotelkette ist hierfür ein Paradebeispiel. Weiters sind gratis Essen, Unterkunft, Sauna, Schwimmbad, Massage und Wellness für Lehrlinge in der Hotellerie Realität. „Es ist bei uns Standard, dass wir diese Vorteile haben“, erzählt Leonie Hohengasser, angehende Hotel- und Gastgewerbeassistentin. „Weil ich Unterkunft und Essen bezahlt bekomme, habe ich nur wenige Ausgaben und kann mir einiges an Geld ansparen“, verrät die 18-Jährige.
Jede Berufssparte hat seine Vor- und Nachteile. Was junge Menschen tatsächlich interessiert und wie Betriebe bei ihnen punkten: siehe Umfrage unten bzw. Video oben. Übrigens: Von 9 bis 16 Uhr lockt die Lehrlingsmesse in Klagenfurt am Samstag noch.
Ein sicherer Arbeitsplatz war mir bei der Wahl sehr wichtig. Heute lerne ich bei den Klagenfurter Stadtwerken und bin hier sehr zufrieden mit meiner Arbeit.

David (19), Lehrling
Bild: Wolfgang Handler
Mir ist es am wichtigsten, dass ich Spaß bei der Arbeit habe und dass das Umfeld passt. Wenn das nicht vorhanden ist, würde ich in dem Betrieb nicht arbeiten.

Lena (13), Schülerin
Bild: Wolfgang Handler
Gutes Gehalt war bei mir ausschlaggebend, dass ich eine Lehre bei der Firma Mahkovec begonnen habe. Zudem mag ich das einheitliche Arbeitsgewand dort gern.

Fabian (16), Lehrling
Bild: Wolfgang Handler
Vor dem Gehalt kommt bei mir der Sinn an der Arbeit. Denn wenn ich weiß, wofür ich arbeite, gehe ich dort auch gern hin. Bei der Arbeit verbringe ich ja auch ein Stück Lebenszeit.

Leon (14), Schüler
Bild: Elena Überbacher
Aufstiegsmöglichkeiten und Karrierechancen waren für mich wichtig, als ich die Lehre zur Hotel- und Gastgewerbeassistentin ergriffen hab. Irgendwann möchte ich koordinieren.

Anamaria (21), Lehrling
Bild: Elena Überbacher
Ausgeglichenheit ist mir bei der Arbeit wichtig. Eine gute Mischung aus Sicherheit im Job, Geld und Freizeit finde ich bei der Unternehmens- und Berufswahl von Vorteil.

Niklas (21), Geselle
Bild: Wolfgang Handler
Ich war letztes Jahr auf der Lehrlingsmesse und da habe ich die Lehre zur Chemielabor- und Verfahrenstechnikerin entdeckt. Mich hat das brennend interessiert.

Melina (18), Lehrling
Bild: Wolfgang Handler
Dass ich bei meiner Arbeit auch gefordert werde und neues dazulernen kann, ist mir persönlich wichtig. Denn sonst kann es schnell langweilig werden.

Johanna (13), Schülerin
Bild: Wolfgang Handler
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