Eine Serie von blutigen Gewalttaten erschüttert seit Jahresbeginn die Menschen in der oö. Landeshauptstadt. Anlass genug, dass die Stadtregierung einen Sicherheitsgipfel ausrief. Grundsätzlich ist man sich einig, dass es sich um eine Häufung von Einzelfällen handelt. Die sozialen Dienste warnen indes, dass die Grundaggression sehr gesteigert ist.
Der Doppelmord an Frau und Tochter und der Suizid eines 88-jährigen Linzers am vergangenen Donnerstag, der Amoklauf eines Mühlviertlers, der beinahe mit einer Axt einen Security am Südbahnhofmarkt in Linz erschlug oder ein Kroate, der auf der Linzer Landstraße zwei Afghanen niederstach, und und und: Heuer hat es in der Landeshauptstadt schon außergewöhnlich viele Gewaltdelikte gegeben.
„Eine außergewöhnliche Serie von Einzelfällen“
Die Stadtregierung einigte sich auf einen Sicherheitsgipfel, der am Montag im Alten Rathaus stattfand. Bürgermeister Dietmar Pramer (SPÖ) bezog sich zuerst auf die Serie von Bluttaten, relativierte dann aber: „Gleichzeitig ist eine sachliche Einordnung wichtig: Im selben Zeitraum fanden in Linz zahlreiche Großveranstaltungen mit tausenden Besucherinnen und Besuchern statt – darunter ein Sportevent, ein Musikfestival, politische Kundgebungen und der größte Jahrmarkt des Landes mit 600.000 Besuchern oder das LASK-Spiel mit 19.000 Fans. Diese Veranstaltungen verliefen ohne nennenswerte Zwischenfälle oder gewalttätige Ausschreitungen. Das zeigt: Linz ist eine sichere Stadt.“
Konkret möchte ich möglichst schnell den Ausbau der Videoüberwachung und Beleuchtung an neuralgischen Plätzen vorantreiben.

Der Linzer Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ)
Bild: Horst Einöder/Flashpictures
Sicherheitsstadtrat Michael Raml (FPÖ) sagt: „Eine stabile Sicherheitslage und ein hohes subjektives Sicherheitsgefühl sind ein Grundrecht der Bürger. Wer sich im öffentlichen Raum nicht mehr sicher fühlt, verliert auch ein Stück Freiheit und Lebensqualität und auch Vertrauen in den Staat.“ Ziel des Sicherheitsgipfels sei gewesen, ein erweitertes Lagebild zu den Zahlen der Polizei zu erhalten. Nun gelte es, gemeinsam die richtigen Schritte zu setzen und die Erfahrungen des Stadtpolizeikommandos, von Sozialorganisationen, aus dem medizinischen bzw. psychosozialen Bereich, aber auch aus Verwaltung und Infrastruktur-Anbietern einfließen zu lassen.
Drogenmonitoring aus den Abwässern
Auch Vizebürgermeister Martin Hajart (ÖVP) sieht wie Raml den Bedarf zusätzliche Maßnahmen zu setzen: „Ich plädiere für ein umfassendes Drogenmonitoring aus den Abwässern der Stadt . Auch trete ich dafür ein, ein Alkoholverbot für den Bahnhofsvorplatz zu verordnen sowie die Beleuchtung im Linzer Volksgarten auszubauen.“ Und Hajart weist auch auf einen wichtigen Punkt hin, der bei dem Sicherheitsgipfel zur Sprache kam: „Laut den sozialen Diensten ist die Grundaggression sehr gesteigert. Die Probleme nehmen überhand und die Menschen reagieren mit Gewalt.“
„Alle Täter waren Männer“
Während der Linzer Stadtpolizeikommandant Klaus Hübner betonte, dass die Polizei bei den „Einzelfällen“ steht´s blitzartig vor Ort gewesen sei, hatte die Grüne Stadträtin Eva Schobesberg einen ganz schlichten Erkläransatz gewählt. Ihr Statement: „Alle Täter waren Männer.“
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