Von Milizen bedroht

NGO-Schiff nach Rettung vor Libyen beschossen

Ausland
11.05.2026 14:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Rettung von 90 Menschen aus einem seeuntauglichem Boot soll ein Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch von libyschen Milizen beschossen worden sein. Die Besatzung der angegriffenen Sea-Watch 5 habe 15 Schüsse gezählt – ihnen sei zudem angedroht worden, das Schiff nach Libyen zu verschleppen. 

Der Rettungseinsatz habe in der libyschen Such- und Rettungszone stattgefunden – nachdem die Menschen an Bord waren, seien Schüsse von bewaffneten libyschen Milizen abgegeben worden.

Die Milizen hätten das Schiff weiter verfolgt und bedroht, hieß es. „Eines dieser Schiffe ist in Italien gebaut worden und wurde den libyschen Milizionären im Rahmen der Abkommen zwischen Italien und Libyen übergeben. Das Personal an Bord wird von den italienischen Behörden ausgebildet, und die Mittel für den Betrieb stammen aus Italien“, kritisierte die NGO.

Die Hilfsorganisation berichtete auch in sozialen Medien von dem Vorfall und rief das deutsche Auswärtige Amt und den Bundeskanzler Friedrich Merz auf, einzugreifen. Schließlich fahre das Schiff unter deutscher Flagge:

Migrantenankünfte in Italien halbiert
Die Zahl der in Italien ankommenden Migranten ist in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 deutlich gesunken, während die zentrale Mittelmeerroute weiterhin zu den tödlichsten weltweit zählt. Nach aktuellen Daten bis zum 5. Mai gingen die Ankünfte um mehr als 50 Prozent zurück. Gleichzeitig kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) seit Jahresbeginn mindestens 819 Menschen ums Leben oder werden vermisst – mehr als sechs pro Tag.

Laut dem Innenministerium in Rom trafen bis zum 5. Mai insgesamt 8599 Migranten in Italien ein. Dies entspricht einem Rückgang von 51,6 Prozent gegenüber 17.761 im gleichen Zeitraum 2025. In den vergangenen Wochen zog die Zahl der Ankünfte jedoch wieder an, begünstigt durch bessere Wetterbedingungen. Zwischen dem 8. April und dem 5. Mai kamen rund 2247 Menschen an, im Schnitt etwa 80 pro Tag, nach zuvor rund 65 täglich seit Jahresbeginn.

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