Ein Maximum von 50 Windrädern in vier Gemeinden lässt das Landesgesetz in Kärnten zu. Dieser Kompromiss wird nächste Woche im Landtag beschlossen. Bei den Netzkosten soll mehr Druck gemacht werden.
Beim Thema Windkraft ziehen derzeit alle vier Kärntner Landtagsparteien an einem Strang. Vor gut einem Jahr sah die Lage noch völlig anders aus. „Mit der Volksbefragung war ein Konflikt aufgebrochen, der das Potenzial hatte, das Land zu spalten“, findet Landesvize Martin Gruber (VP) drastische Worte. „Trotzdem ist es gelungen, eine Vier-Parteien-Einigung zu erzielen. Herzlichen Dank an alle, die daran mitgearbeitet haben.“
Das Gesetz im Detail, Warten auf Daten
Wenn der Landtag nächsten Donnerstag das Gesetz – die Chancen auf Einstimmigkeit stehen gut – verabschiedet, sind der Windkraft im Bundesland strenge Grenzen gesetzt. „Die Zonierung betrifft nur 0,078 Prozent der Landesfläche, es wird maximal 50 Windräder geben“, betont Gruber. „Dass das manchen zu viel, anderen zu wenig ist, verstehe ich. Aber das ist nun mal die Natur eines Kompromisses.“
Wie viel Strom braucht Kärnten?
Von dessen vier zentralen Punkten ist einer allerdings noch offen: Es sollte die sogenannte Winterstromlücke festgestellt werden. „Wir haben den Auftrag an die Österreichische Energieagentur im Dezember auf den Gesamtstrombedarf für die nächsten Jahre erweitert, damit wir eine faktische Grundlage für künftige Diskussionen haben“, erklärt VP-Klubobmann Markus Malle. „Denn es wird oft infrage gestellt, dass wir mehr Strom brauchen. Dabei gab es 2022 keinen Monat, in dem wir nicht Strom importieren mussten. Und der ist nicht sauber, kommt meist von Kohle oder Kernkraft.“
Die Daten sollen kurz nach dem Gesetzesbeschluss, der Kärnten europarechtlich absichert, da sein. „Wir werden Anfang März das Gesamtkonzept präsentieren können“, verspricht Energielandesrat Sebastian Schuschnig. „Es ist ein wichtiger Schritt, um weiter von den Mythen und Halbwahrheiten wegzukommen.“ Er betont die Bedeutung des Gesetzes für Standort- und Rechtssicherheit.
Mehr Druck bei Netzkosten
Und ein wichtiger Punkt steht ebenfalls auf der weiteren Tagesordnung: „Wir brauchen bei den Netzkosten einen österreichweit einheitlichen Tarif, machen Druck beim Bund“, erklärt Markus Malle. „Es klappt ja auch bei der Vignette, obwohl es in Kärnten weniger Autobahnkilometer gibt.“
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