Während Kärntner Jäger den Goldschakal als Plage sehen und ihn abschießen, wollen ihn Tierschützer aus Wien retten und gehen deshalb in Kärnten vor Gericht.
Eine Beschwerde an das Landesverwaltungsgericht Kärnten hat der Wiener Tierschutzverein gegen einen Bescheid des Landes Kärnten eingebracht. Konkret geht es um die Schusszeit des Goldschakals.
„Monitoring fehlt!“
„Der Goldschakal ist eine natürlich eingewanderte Art und nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützt. Vor jeder Bejagung müsste ein günstiger Erhaltungszustand durch verlässliche Daten belegt sein – doch Österreich weist seit Jahren keinen günstigen Erhaltungszustand aus“, kritisiert Michaela Lehner vom Austria Tierschutz. „Und Kärnten hat seit 2022 kein Monitoring nach den Vorgaben der FFH-Richtlinie durchgeführt und weiß daher selbst nicht, wie viele Goldschakale überhaupt im Bundesland leben.“
Tierschützer vermuten, dass die „scharfe Bejagung die kleine Population immer wieder ausrottet und nur durch nachkommende Tiere aus dem Süden erhalten bleibt. Dennoch werden rechtswidrige Abschussfreigaben erlassen.“
Vertreter der Kärntner Jägerschaft sprechen jedoch von einer Plage: „Der Goldschakal steigt bei uns in einer besorgniserregenden Zahl an. Vor einigen Jahren waren es nur einzelne Nachweise. Aktuell erhalten wir täglich Meldungen von Sichtungen.“
Gefahr für Rotfuchs und Rehwild
Das Tier sei laut Jägern sehr scheu, Bestände würden „unter dem Radar“ massiv ansteigen, es verdränge den Rotfuchs und das Rehwild würde unter ihm leiden. Die Abschusszeit gilt von 1. Oktober bis 15. März. Das Hauptvorkommen befindet sich im Talbereich entlang der Karawanken und Karnischen Alpen, im Gailtal und Rosental bis hinunter nach Völkermarkt.
2025 wurden 80 Goldschakale erlegt, 2022 elf. Wie viele der Tiere in Kärnten leben, könne man aber nicht beantworten. Das Verfahren findet am Freitag statt.
Goldschakale werden in Kärnten seit dem Jahr 2022 bejagt
„Um dies weiter aufrechtzuerhalten, benötigt das Amt der Kärntner Landesregierung zusätzlich zu den Abschussdaten auch Informationen zur Verbreitung des Goldschakals in Kärnten“, erklärt Mario Deutschmann von der Jägerschaft. „Es soll damit abgeklärt werden, aus welchen Regionen der Goldschakal bei uns zuwandert. Und es werden damit genetische Grundlagen gewonnen.“
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