Von wegen stundenlanges Arbeiten am Computermacht dick! Zumindest wenn man mit dem Jhai PC im Internet unterwegsist, trifft das nicht zu. Bei der Entwicklung des mit Pedalkraftbetriebenen Internetrechners hatten die Tüftler der JhaiFoundation allerdings weniger den beleibten Mitteleuropäerim Blick. Der Jhai PC soll Reisbauern im Hinterland von Laos answeltweite Datennetz anschließen - auch ohne Strom- und Telefonzugang.
Tropentauglicher Computer Beim Ausbau von Onlinezugängen in dem technologischarmen Landstrich zählten für die Techniker nicht neuesteProduktentwicklungen. Stattdessen waren vor allem Kreativitätund Engagement gefragt. Nicht schick und möglichst klein,sondern tropentauglich und stabil musste der Jhai PC sein. DerRechner sollte hoher Luftfeuchtigkeit widerstehen, möglichstwenige bewegliche Komponenten haben und von den Dorfbewohnernselbst in Stand gehalten werden können. Herausgekommen istein Computer mit einem 468-Prozessor, einem stromsparenden Flachbildschirmund einer laotischen Version des Linux-Betriebssystems.
Strampeln am Powerbike Eine kabellose Datenleitung (W-LAN) verbindet übersolar angetriebene Schaltstationen den Jhai PC mit einem 30 Kilometerentfernten Krankenhaus, das über Telefon- und Internetanschlussverfügt. Für den Strom sorgt das so genannte Powerbikeeines Herstellers aus Indien, das den PC über eine Auto-Batteriemit Strom speist. Wer eine Stunde in dem weltweiten Datennetzunterwegs sein will, muss eine halbe Stunde strampeln.
Per Internet sollen sich die Bauern unter anderemüber die Preise für Reis informieren, bevor sie aufden schlechten Straßen in die 30 Kilometer entfernte Marktstadtfahren. "Der Computer ist für die Dorfbewohner wie ein Wegin die Stadt", sagte Lee Thorn von der Jhai Foundation.
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