„Nicht über den Berg“

Handel im Aufwind: Erstes Umsatzplus seit Jahren

Wirtschaft
26.08.2025 10:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Österreicherinnen und Österreicher haben offenbar ihre Shopping-Lust wieder entdeckt. Zum ersten Mal seit vier Jahren hat der heimische Handel mehr verdient – auch wenn man die Inflation berücksichtigt. Doch Experten sehen die Lage immer noch durchwachsen.

In den ersten sechs Monaten 2025 stieg der Umsatz im heimischen Handel um ein halbes Prozent, wenn man die Teuerung herausrechnet. Das ist das erste reale  – also die Inflation berücksichtigende – Wachstum seit dem zweiten Halbjahr 2021 „Das ist eine gute Nachricht, aber wir sind dennoch nicht über den Berg“, sagte WKÖ-Handelsobmann Rainer Trefelik am Montagabend. Der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte sei von Unsicherheiten geprägt.

Der reale Umsatz im Einzelhandel stieg in der ersten Jahreshälfte um rund eineinhalb Prozent. Besonders schlecht ging es im Einzelhandel den Schmuck- und den Buchgeschäften. Bei ihnen brach der Umsatz um jeweils mehr als ein Zehntel ein. Die Schmuckbranche dürfte unter dem steigenden Goldpreis leiden.

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Europameister sind wir hier nicht.

Handelsforscher Peter Voithofer

Anders sieht die Lage in der Schuhbranche aus, hier gab es ein deutliches Umsatzplus. „Der Schuhhandel hat aber sehr durchwachsene Jahre hinter sich“, gab Peter Voithofer vom Institut für Österreichs Wirtschaft (iföw) zu bedenken.

Österreich schwach im EU-Vergleich
Trotz des Wechsels in Richtung positiver Zahlen, hinke der heimische Einzelhandel im EU-Vergleich hinterher, stellte Voithofer fest. Auf dem 17. Platz ist Österreich bei der Entwicklung des Einzelhandels erneut unter dem EU-Schnitt. „Europameister sind wir hier nicht“, betitelte Voithofer die Platzierung.

Weniger Beschäftigte, mehr Insolvenzen
Nicht besonders rosig schaut es aktuell mit dem Personal aus. Im ersten Halbjahr waren um 1,6 Prozent weniger Menschen im Handel beschäftigt, als in der Vorjahresperiode.

Nicht nur einzelne Mitarbeiter mussten die Branche verlassen, auch Unternehmen sind von den Einkaufsstraßen verschwunden. „Die schwierigen Jahre hinterlassen natürlich ihre Spuren“, erklärte Voithofer. Konkret schlägt sich das unter anderem in den Insolvenzen nieder, die im ersten Halbjahr einen neuen Höchstwert erreicht haben.

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