Zu wenig Freizeit

Jugendliche unzufrieden mit „School-Life-Balance“

Leben
12.03.2025 14:40
Porträt von krone.at
Von krone.at

Viele Oberstufenschüler sind mit ihrer „School-Life-Balance“ unzufrieden – im Schnitt vergeben sie dafür nur fünf von zehn Punkten. Zu wenig Freizeit, Leistungsdruck, unverständliche Benotung und gesundheitliche Beschwerden belasten die Jugendlichen stark. 

Drei Viertel fühlten sich bereits unfair behandelt, meist durch Lehrkräfte. Gewünscht werden vor allem verständlichere Erklärungen, weniger Prüfungen, mehr Praxisbezug und ein späterer Schulbeginn.

  • Oberstufenschüler verbringen im Schnitt so viel Zeit in der Schule wie Erwachsene in der Arbeit. Mit ihrer „School-Life-Balance“ sind laut einer Umfrage viele der Jugendlichen allerdings unzufrieden. Im Schnitt bewerteten die Befragten die Vereinbarkeit von Schule und Privatleben mit nur fünf von zehn Punkten. 27 Prozent gaben an, eine sehr schlechte „School-Life-Balance“ zu haben.
  • Noch einmal höher war der Anteil unter Befragten mit wenigen Freunden (31 Prozent) und Jugendlichen mit schlechten Schulleistungen (48). Ein Fünftel berichtete indes von einer sehr guten „School-Life-Balance“. In Schulnoten würden die Jugendlichen ihrem Schulleben einen Dreier geben, ihrem Leben insgesamt einen Zweier.

Hälfte hat gefühlt zu wenig Freizeit
Die Hälfte der befragten Jugendlichen nannte in der Umfrage zu wenig Freizeit als Problem. Vier von zehn klagten über unsinnige Arbeitsaufträge von der Schule, Burschen nannten diese sogar an erster Stelle bei jenen Dingen, die das Leben weniger schön machen.

  • Bei den schulischen Belastungen steht für 66 Prozent nicht nachvollziehbare Benotung an erster Stelle, gefolgt von unangekündigten Wiederholungen, zu wenig Zeit zum Lernen und schlechten Noten. Zu viel Lernstoff, Prüfungs- und Lernstress, schlechte Vermittlung des Lernstoffs und Leistungsdruck in der Schule belastet ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten.
  • Drei Viertel fühlten sich laut Befragung in der Schule schon einmal ungerecht behandelt, großteils von Lehrpersonal. Nur 15 Prozent sprechen solche Vorfälle laut Online-Umfrage des Nachhilfeinstituts LernQuadrat unter 900 Oberstufen-Schülern direkt an.

Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit 
Mehr als die Hälfte der Befragten hat die Schule schon einmal so sehr belastet, dass sie mit Kopfschmerzen oder Schlaflosigkeit reagiert haben. Nur 16 Prozent hatten laut Umfrage noch nie gesundheitliche Probleme wegen schulischer Belastung. Gut die Hälfte der Jugendlichen berichten außerdem davon, dass sie wegen der schulischen Belastung übermüdet sind, sich weniger merken oder sich nur schwer konzentrieren können. Vier von zehn geben an, schon mit Blackouts bei Prüfungen reagiert zu haben.

  • Um das Schulleben zu verbessern, bräuchte es aus Sicht der überwiegenden Mehrheit der Befragten bessere Erklärungen, weniger Prüfungen, mehr Praxis und aktuellere Themen im Unterricht. 
  • Mehr als die Hälfte der Befragten wären außerdem für einen späteren Unterrichtsbeginn, weniger Schulstunden und mehr Feedback zu den eigenen Leistungen. Für ein Abschaffen der Noten wären nur 44 Prozent, für kleinere Klassen ein Drittel der Befragten.
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