Halloween wird nicht nur gruselig, sondern auch kalt. Der goldene Herbst ist nun endgültig vorbei, der Winter schickt uns einen ersten Gruß. Erster Schnee ist bereits in Sicht. Warum der November einen Kaltstart hinlegt.
Jetzt heißt es, warm anziehen, denn in der schaurigen Halloween-Nacht zieht von Nordosten her ein Höhentief, auch Kaltlufttropfen genannt, durch. Meteorologen sprechen von einem Gebiet mit vergleichsweise kalter Luft in höheren Schichten der Atmosphäre, meist in etwa fünf bis zehn Kilometern Höhe. Der Kaltlufttropfen schnürt sich von der großräumigen Höhenströmung und bewegt sich nur langsam und auf schwer vorhersehbaren Bahnen.
Da die Luft in der Höhe besonders kalt ist, nimmt der Temperaturunterschied zum Boden zu. Dadurch wird die Atmosphäre labiler, was die Bildung von Schauern begünstigt.
Schneefallgrenze unter 700 Meter
Am Wochenende ist vor allem entlang der Nordalpen von Salzburg Richtung Osten mit einer Kältekeule zu rechnen, wobei die Schneefallgrenze Sonntagfrüh teils bis unter 700 Meter absinken kann. Vor allem auf Passstraßen wie dem Steirischen Seeberg, dem Niederalpl oder dem Präbichl muss man sich auf frühwinterliche Fahrbedingungen einstellen. Der goldene Herbst ist nun endgültig vorbei. In den höheren Schichten braut sich noch einiges zusammen.
Polarwirbel spielt verrückt
Laut Prognose drehen sich um den 5./6. November die Westwinde in der Stratosphäre über der Nordpolarregion um. Gleichzeitig deutet sich eine markante Erwärmung in 30 Kilometern Höhe an, ein sogenanntes Sudden Stratospheric Warming.
Kaltluftvorstöße nach Mitteleuropa
Die starken Westwinde umkreisen in der Stratosphäre den Nordpol und bilden den sogenannten Polarwirbel, der die Kaltluft über dem Pol zusammenhält. Bei einer plötzlichen Stratosphärenerwärmung wird dieser geschwächt oder aufgespalten. Dadurch werden Hochdruckgebiete blockiert und Kaltluftvorstöße nach Mitteleuropa begünstigt.
Die Entwicklung ist bemerkenswert und könnte die Karten für den weiteren Verlauf des Novembers und den beginnenden Winter neu mischen.
Roland Reiter, Meteorologe Ubimet
Am häufigsten tritt dieses Phänomen im Jänner und Februar auf. Bereits 2025 kam es am 28. November zu einer außergewöhnlich frühen Windumkehr.
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