Leser fragen, Experten antworten zu den brennendsten gesundheitlichen Themen. Michaela R. (57): „Welche gesundheitlichen und ästhetischen Gefahren für die Zähne/den Mund bringt rauchen mit sich? Und könnte es sein, dass ich als einzige Passivraucherin in der Familie auch einem Risiko ausgesetzt bin?“
Dr. med. dent. Lukas Hallmann, Zahnarzt in Wien: Rauchen hat zahlreiche negative Auswirkungen auf die Zähne – sowohl auf die Ästhetik, aber vor allem auch auf die Mundgesundheit. Der Tabakrauch schädigt nicht nur die Lunge, sondern wirkt sich auch direkt auf Kauwerkzeuge, Zahnfleisch und Mundschleimhaut aus. Zigarettenkonsum kann die Zähne deutlich stärker verfärben als die meisten Lebensmittel. Das beginnt mit gelblicher Färbung und reicht bis hin zu dunkelbraunen, fast schwarzen Zähnen.
Raucher haben meist einen starken Mundgeruch und ein erhöhtes Risiko für Karies. Besonders problematisch ist jedoch die Gefahr für das Zahnfleisch: Qualmen stört die Durchblutung und schwächt das Immunsystem. Dadurch heilen Entzündungen schlechter ab, und Parodontitis – eine chronische Zahnfleischerkrankung – tritt bei Rauchern viel häufiger und intensiver auf. Unbehandelt kann sie sogar zum Zahnverlust führen. Langfristig erhöht der Tabakkonsum auch das Risiko für Mundkrebs erheblich. Betroffen sind dabei vor allem Mundschleimhäute, Lippen und der Rachenraum.
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Wie sieht es nun mit Passivrauchen aus? Leider ist dies ebenfalls keineswegs harmlos. Über die Luft gerät der Rauch anderer in den Mundraum und hat dort ähnlich schädliche Auswirkungen wie beim aktiven Rauchen. Das Parodontitisrisiko steigt mindestens auf das Doppelte, und das Immunsystem wird allgemein geschwächt, wodurch viele Mundkrankheiten leichter ausbrechen können. Kinder und Jugendliche sind hier besonders anfällig, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt ist.
Wer rauchfrei lebt, schützt nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch die seiner Familie. Der Verzicht auf Zigaretten verbessert bereits nach wenigen Tagen die Heilung von Zahnfleischerkrankungen und senkt langfristig die Risiken für Mund- und Zahnfleischleiden.
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