Snowboard-Queen Anna Gasser springt am Sonntag nach Platz vier in der Quali in Klagenfurt um Weltcup-Sieg. Einige Mädels knallten in die Bande. Am Samstag gehört die Bühne den Freeskiern.
Souverän! Wenig beeindruckt von der 45-Meter-Rampe im Wörthersee-Stadion sprang Kärntens Snowboard-Aushängeschild Anna Gasser als Vierte hinter drei Japanerinnen in das Big-Air-Finale am Sonntag. „Ich habe gerechnet, was es für die Top 8 brauchen wird – das ist zum Glück aufgegangen. Im Finale werde ich aber volles Risiko gehen müssen“, sagt Gasser, die mit den Bedingungen voll zufrieden war.
„Die Helfer haben einen super Job gemacht – im Training war der Aufsprung noch eisig, das haben sie gut aufgelockert. Der Wechsel von Licht und Schatten war echt schwer! Im Finale haben wir Flutlicht – das wird noch spektakulärer“, betont Gasser, die am heutigen Freitag noch heim nach Millstatt fuhr, einen Besuch bei den Freeski-Assen am Samstag offen lässt.
Die Älteste von allen
Mit ihren 33 Jahren ist sie ja mit Abstand die älteste Starterin, könnte von einigen sogar die Mama sein – von 22 Athletinnen in der Quali wurde keine (!) außer Gasser vor der Jahrtausendwende geboren. Ariane Burri (Sz) ist mit 24 Jahren die zweitälteste, Lili Dhawornej (US) schaffte es mit 15 Jahren als jüngste Athletin sogar ins morgige Finale.
Dass so viele Junge nachkommen, ist gut für unsere Sportart.
Anna GASSER
„Ein gutes Zeichen für unseren Sport – so wird die Dichte immer größer“, meint Gasser, die ja als Pionierin ihrer Disziplin gilt.Die Millstätterin ist auch die bisher einzige (!) olympische Goldmedaillengewinnerin im Snowboard-Big-Air – bei der Premiere in Südkorea 2018 und in Peking 2022 holte sie den Titel.
Die Villacherin Kristina Holzfeind (17) verpasste mit Rang 19 die Quali fürs Finale. „Ich freue mich aber, dass ich die Sprünge so gelandet bin, wie ich es mir vorgenommen habe. Verbesserungspotenzial ist aber da.“
So funktioniert ein Big-Air-Event
Im Finale am Sonntag geht’s dann für die acht Besten der Qualifikation (die Herren bestreiten ihre am Wettkampftag) um den Sieg. Jeder hat dort drei Sprünge – die zwei besten werden gewertet. Eine sechsköpfige Jury achtet dabei auf die Schwierigkeit, die Ausführung, Kreativität und den Style – und vergibt Punkte von 1 bis 100. Der Durchschnitt wird dann gewertet.
In der Anfahrt vom 45 Meter hohen Turm erreichen die Athleten eine Geschwindigkeit von bis zu 70 km/h – nach dem Absprung am Schanzentisch (14 Meter über dem Boden) werden sie mit einem Luftstand von bis zu acht Metern aber durch den Widerstand gebremst. Weil der Auslauf im Stadion jedoch nur 30 Meter lang ist, hatten schon in der Damen-Qualifikation viele Athletinnen größte Mühe zu bremsen und krachten daher in die gepolsterte Bande.
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