Fette Beute gemacht

Chinas Hacker auf Raubzug bei Militär und Geheimdienst

Web
28.05.2013 11:29
Chinas Hacker dürften bei ihren Cyberraubzügen wieder reiche Beute gemacht haben. Diesen Schluss legen aktuelle Berichte aus Australien und den USA nahe. Während der australische Geheimdienst darüber klagt, dass bei einem Cyberangriff die Baupläne für die neue Geheimdienst-Zentrale entwendet wurden, scheint es das US-Militär noch schlimmer getroffen zu haben. Dort sollen Hacker aus dem Reich der Mitte Zugriff auf Pläne für fortschrittliche Waffentechnologien gehabt haben. Es könnten Informationen über den Tarnkappenjet F-35, US-Drohnen und sogar über das US-Raketenabwehrsystem nach außen gedrungen sein.

Einem Bericht der US-Zeitung "Washington Post" zufolge sollen Cyberspione aus China die Pläne für insgesamt mehr als zwei Dutzend fortschrittliche US-amerikanische Waffensysteme eingesehen haben. Wie viele Informationen tatsächlich entwendet wurden, ist unklar. Eine Liste der betroffenen Pläne gibt jedoch Anlass zur Sorge. Demnach hatten Chinas Hacker nicht nur Zugriff auf Infos zum Tarnkappenjet und zu US-Drohnen, sondern dürften auch an Informationen über Kampfhubschrauber, Raketen, elektronische Kriegsführung, Satellitenkommunikation und weitere US-Militärflugzeuge gelangt sein.

Effektiven Schutz gegen Cyberspione gibt es nicht
Die Informationen über das Ausmaß der Cyberspionage aus China sind Teil eines Reports für das Pentagon. Zwar sei in dem Report nicht die Rede von chinesischen Hackern, hochrangige Mitarbeiter im Bereich der Landesverteidigung hätten jedoch angegeben, dass die Informationen im Zuge eins groß angelegten Angriffs aus China eingesehen wurden, berichtet die Zeitung. Für China wären die Informationen über die US-Waffentechnologien äußerst nützlich bei der Entwicklung eigener Waffensysteme ähnlichen Typs.

Effektiven Schutz gegen Cyberspionage im Militärbereich gebe es unterdessen nicht, so die Zeitung. "Mit den derzeitigen Möglichkeiten und Technologien ist es unmöglich, sich zuverlässig gegen die fortschrittlichsten Cyberattacken zu verteidigen", heißt es in dem Report. Dabei seien vor allem auch die Auftragnehmer des Militärs eine Schwachstelle, heißt es. "In vielen Fällen wissen sie nicht, dass sie gehackt wurden, bis das FBI an ihrer Tür klopft", zitiert die Zeitung einen hochrangigen Mitarbeiter des US-Militärs.

Australischer Geheimdienst ebenfalls Opfer von Hackern
Doch nicht nur in den USA treiben Cyberspione ihr Unwesen. Hacker aus China haben sich offenbar auch die Baupläne der neuen Geheimdienstzentrale in Australien besorgt. Bei einem Cyberangriff von einem chinesischen Server aus seien Dokumente über die Verkabelung des riesigen Gebäudes, über die Raumanordnung und Ausstattung mit Informationstechnik gestohlen worden, berichtete der öffentliche Sender ABC. Australiens Außenminister Bob Carr sagt, die Regierung sei von den "Spekulationen" nicht überrascht. Eine Stellungnahme, ob er Peking für den mutmaßlichen Hackerangriff verantwortlich mache, lehnte er ab.

Laut ABC wurden die Dokumente von einer Firma gestohlen, die beim Bau der Geheimdienstzentrale beteiligt war. Sicherheitsexperten mutmaßten in der Sendung, die Cyberattacke sei für eine Kostenexplosion und für die Verzögerung der eigentlich für April geplanten Gebäudeeröffnung verantwortlich. Aus den Plänen gehe hervor, in welchen Räumen vermutlich sensible Gespräche stattfinden würden und wie man Wanzen anbringen könne, so der Verteidigungsexperte Des Ball.

Cyberattacken häufen sich auch in Australien
In der jüngeren Vergangenheit häuften sich auch in Australien Berichte über aus Peking gesteuerte Hackerangriffe. 2011 wurden angeblich die Computer des australischen Regierungschefs, des Außen- und des Verteidigungsministers ausspioniert, auch dahinter soll China gesteckt haben. Wegen des Verdachts auf Industriespionage wurde der chinesische Telekomgigant Huawei 2012 vom Bieterwettbewerb für die Breitbandversorgung ausgeschlossen. In diesem Jahr wurde auch das Computersystem der australischen Notenbank gehackt, was von einigen Experten auf eine Infizierung durch Spionagesoftware aus China zurückgeführt wurde.

Außenminister Carr bemühte sich, die Tragweite der neuen Berichte herunterzuspielen. "Ich werde mich nicht dazu äußern, ob die Chinesen das, was hier behauptet wird, getan haben oder nicht." Die Spekulationen hätten "absolut keine Auswirkungen auf eine strategische Partnerschaft" mit Peking. "Wir haben mit China enorme Kooperationsfelder", sagte der Chefdiplomat.

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