Die Entscheidung der steirischen FPÖ, eine Koalition mit der ÖVP zu verhandeln, sorgt vorerst nicht für Ruhe im Land. Im Gegenteil. Bei den Wahlverlierern geht die Debatte um die künftige Führung jetzt erst so richtig los.
Mario Kunasek - er ist der blaue Mann der Stunde, der starke blaue Mann. Kein anderer Freiheitlicher sitzt irgendwo auf einem so satten Stimmenpolster wie der Sieger der Landtagswahl.
Was den gelernten Mechaniker und späteren Unteroffizier, der als Spitzenkandidat der Landtagswahl 2019 im Ibiza-Gegenwind eine Schlappe einfuhr, auszeichnet, sind auch seine Ruhe und Gelassenheit. Er weiß eben auch, wie sich Verlieren anfühlt.
Aus den intensiven Verhandlungsrunden in den vergangenen Tagen mit ÖVP und SPÖ hört man, dass er da stets am Boden bleibt und niemanden demütigt. Wohl auch im Wissen, dass seine Gesprächspartner Christopher Drexler und Anton Lang durch ihre Niederlagen genug gedemütigt sind.
Drexler wie Lang war klar, dass ihre Tage als Parteichef, wenn sie nicht als Regierungspartner Kunaseks ausgewählt werden, gezählt sind. Während der Abschied des 65-jährigen Lang nun wohl unmittelbar bevorsteht – auch wenn man am Montagvormittag bei den Roten noch die Köpfe gesenkt hält –, bleibt Drexler wenigstens vorläufig im Rennen. Zumindest für die Zeit der Regierungsverhandlungen. Denn dafür, aber auch NUR dafür, hat er von seiner Partei am Tag nach der verhauten Wahl das Vertrauen geschenkt bekommen.
In den nächsten beiden Wochen wird sich nun Drexlers weiteres Schicksal weisen: Will er überhaupt als Landeshauptmann-Stellvertreter in die nächste Regierung? Und will das die ÖVP?
Einen schönen Montag!
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