Sprint-Sensation

Christania Williams stürmt mit Traum-Rekord zur EM

Sport-Mix
21.07.2026 22:04
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

Das ist eine der größten Sprint-Sensationen in der Geschichte der österreichischen Leichtathletik! Wie ein Blitz aus heiterem Himmel lief Christania Williams beim berühmten P-T-S-Meeting in Banská Bystrica über 100 m in 11,06 Sekunden zu einem neuen ÖLV-Rekord. Sie verbesserte den Rekord, den Isabel Posch heuer in St. Pölten in 11,10 gelaufen war, um vier Hundertstel. Damit ist sie auch fix für die EM in Birmingham qualifiziert.

Nachdem ihre Zeit als Dritte in 11,06 an der Anzeigentafel aufleuchtete, sprang Christania Williams vor Freude wie wild auf der Laufbahn auf und ab, ihr Jubel war grenzenlos! Sie eilte zu „Kronen Zeitung“ in die Mixed Zone und fragte immer wieder: „Wie war der Wind? Wie war der Wind?“ Die „Krone“ informierte sie, dass dieser mit 1,8 m/sek regulär gewesen sei. Da gab es keine Halten mehr! Neuer ÖLV-Rekord!

Christania Williams (mitte) beim Rekordlauf über 100 m.
Christania Williams (mitte) beim Rekordlauf über 100 m.(Bild: PTS)

„Alles einfach unglaublich!“
„Nein, nein, niemals hätte ich für möglich gehalten, dass ich heute einen Rekord laufen kann, das ist alles einfach unglaublich“, konnte sie ihr Glück nicht fassen, „ich hatte heimlich damit spekuliert, das Direkt-Limit für die EM zu laufen, das wäre schon ein Traum gewesen.“ Es wurde mehr, viel mehr! Die Direkt-Norm für die EM beträgt 11,18. Diese geforderte Zeit pulverisierte sie förmlich.

Leni Lindner (links) stellte eine persönliche Bestzeit auf.
Leni Lindner (links) stellte eine persönliche Bestzeit auf.(Bild: PTS)

Christania Williams wurde in diesem Super-Rennen vor vollbesetzten Tribünen hinter der Australierin Torrie Lewis (11,04) und Olympiasiegerin Elaine Thompson-Herah (11,06) Dritte. Dabei musste sie sich in exakt 11,060 der Jamaikanerin (11,059) nur um eine Tausendstel geschlagen geben. Zudem stellte Leni Lindner als Fünfte in 11,26 noch eine persönliche Bestzeit auf.

Story aus 1001 Nacht
Die Geschichte von Christania Williams, die aus Jamaika stammt, liest sich wie eine Story aus 1001 Nacht. Vor einem Jahr heiratete sie ihren Trainer Philipp Unfried. Nachdem sie die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten hatte, war sie für den ÖLV startberechtigt. Im Winter saß sie noch bei Olympia im Zweierbob von Katrin Beierl, deshalb ließ sie die Hallen-Saison der Leichtathleten aus…

Zuletzt hatte sie sich über 100 m auf 11,26 gesteigert. Aber 11,06? Das war ein Hammer.

Christania Williams bei den Olympischen Spielen 2016.
Christania Williams bei den Olympischen Spielen 2016.(Bild: GEPA)

Vor einem Jahrzehnt war sie, als sie noch für Jamaika lief, freilich absolute Weltklasse. In Rio hatte sie bei Olympia mit der Nationalstaffel sogar Silber geholt, stand auch im Sprint-Finale über 100 m, zweimal war sie unter 11,00 Sekunden gelaufen Aber derartige Traumzeiten schienen für sie doch in weiter Ferne. Jetzt aber bewies sie, dass sie auch noch mit 31 Jahren zur Weltklasse zählt. Welch unglaubliche Verstärkung für Österreichs Leichtathletik! Nach dem Rekord lag sie Philipp Unfried jubelnd in den Armen, dazu kam dann die ebenfalls von Unfried betreute Leni Lindner. Welch ein Abend für den ÖLV!

Sieg für Enzo Diessl
Wenig später gab es ein weiteres Highlight für Österreich. Enzo Diessl gewann über 110 m Hürden in neuer Saisonbestzeit von 13,25 (+0,9). „Am Anfang lief es nicht so rund, dann aber kam ich gut ins Rennen!“ So gewann er vor Tatsuki Abe (Jap/13,32). Karin Strametz wurde über 100 m Hürden Siebente in 13,21.

Enzo Diessl
Enzo Diessl(Bild: GEPA)

Gogl-Walli solo zu 53,11
Bereits im Vorprogramm gewann Susanne Gogl-Walli in einem einsamen Rennen an der Spitze die 400 m in 53,11. Nach ihren 52,59 von Heusden am vergangenen Samstag war dies heuer nach ihrer langen Verletzungspause erst ihr zweites Einzel-Start der Saison. „Es war gut, dass ich hier gelaufen bin, ich brauche jetzt einfach Rennen“, meinte die Oberösterreicherin. Auch wenn in Kapfenberg bei der 4 x 400-m-Staffel leider durch den schweren Fehler am Start (Lena Pressler musste 18,85 m zu viel laufen) die Chance für eine EM-Quali vergeben wurde, dürfte sich Susi Gogl-Walli noch über das Ranking einen Platz für das Einzel-Rennen bei der EM holen.

Susanne Gogl-Walli
Susanne Gogl-Walli(Bild: GEPA)

Entwicklung des ÖLV-Rekords über 100 m der Frauen:

11,06 (+1,8) 3 Christania Williams, Banská Bystrica 21.07.2026

11,10 (+0,9) 3 Isabel Posch, St. Pölten 04.06.2026

11,15 (0,0) 1 Karin Mayr-Krifka, Salzburg 09.08.2003

11,20 (+1,5) 1 Karin Mayr-Krifka, Wolfsberg 26.07.2003

11,23 (+0,3) 1 Karin Mayr-Krifka, Linz 06.07.2002

11,28 (+1,0) 1 Sabine Tröger, Lienz 07.08.1993

11,37 (+0,3) 1 Sabine Tröger, Kapfenberg 05.06.1993

11,43 (-0,2) 1 Sabine Tröger, Wien 30.05.1992

11,43 (+1,5) 1 Karoline Käfer, Fürth 10.06.1978

„Ewige“ österreichische Bestenliste über 100 m (Frauen):

11,06 (+1,8) 3 Christania Williams, Banská Bystrica 21.07.2026

11,10 (+0,9) 3 Isabel Posch, St. Pölten 04.06.2026

11,15 (0,0) 1 Karin Mayr-Krifka, Salzburg 09.08.2003

11,26 (+1,8) 1 Bettina Müller-Weissina, Wolfsberg 10.07.2004

11,26 (+1,8) 5 Magdalena Lindner, Banská Bystrica 21.07.2026

11,28 (+1,0) 1 Sabine Tröger, Lienz 07.08.1993

11,41 (+1,5) 2 Ina Huemer, St. Pölten 03.06.2021

11,42 (+1,0) 2h1 Christania Williams, Sollentuna 14.06.2026

11,43 (+1,5) 1 Karoline Käfer, Fürth 10.06.1978

11,43 (+1,4) 2 Alexandra Toth, Ried 15.06.2018

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