Bezieht volles Gehalt
Seit 2009 „krank“: Lehrerin klagt gegen Ruhestand
Dieser Fall sorgt deutschlandweit für Aufsehen: Eine Lehrerin aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen ist seit 17 Jahren krankgeschrieben, bezieht aber weiterhin ihr volles Gehalt. Jetzt soll die 62-Jährige in den Ruhestand versetzt werden, doch dagegen hat die Beamtin bereits Klage eingereicht.
Der Fall der Lehrerin aus Duisburg, die zwischen 2003 und 2009 an einem Berufskolleg in Wesel tätig war, hatte im vergangenen Jahr Schlagzeilen gemacht. Die Pädagogin hatte seit 2009 nicht mehr unterrichtet. Immer wieder ließ sie sich krankschreiben, ohne dass das Bundesland eingriff und eine amtsärztliche Untersuchung einforderte. Gegen die Lehrerin und einen Mitarbeiter der zuständigen Bezirksregierung Düsseldorf wurden deshalb ein Disziplinarverfahren eingeleitet.
Versetzung in Ruhestand Ende Mai angeordnet
Inzwischen wurde die Frau nach Angaben des Gerichtssprechers amtsärztlich untersucht, Ende Mai ordnete die Bezirksregierung ihre Versetzung in den Ruhestand an. Damit würde sie eine Pension bekommen, allerdings mit einem Verlust von etwa 1500 bis 2000 Euro brutto pro Monat. Derzeit liegt ihr Gehalt laut Besoldungstabelle zwischen 5051 und 6174 Euro im Monat.
Bis zur Entscheidung erhält Lehrerin weiterhin volles Gehalt
Doch dagegen wehrt sich die Lehrerin nun rechtlich: Wie das Verwaltungsgericht in Düsseldorf gegenüber dem „Spiegel“ bestätigt, hat sie Klage eingereicht. Die Bezirksregierung müsse jetzt ihrerseits Akten vorlegen und zu der Klage Stellung nehmen. Bis hier eine Entscheidung fällt, werden vermutlich viele weitere Wochen vergehen. Bis dahin erhält die Beamtin weiter ihre vollen Bezüge.
Während Krankschreibung als Heilpraktikerin gearbeitet?
Parallel läuft bei der Staatsanwaltschaft Duisburg ein Betrugsverfahren gegen die Frau. Bis heute steht nämlich der Verdacht im Raum, dass die Lehrerin während der Zeit ihrer Krankschreibung als Heilpraktikerin arbeitete und ihre Dienstunfähigkeit nur vorgetäuscht habe. Im Jahr 2012 gewann sie zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin sogar einen Gründerpreis.
Im März rückte die Staatsanwaltschaft Duisburg zu einer Hausdurchsuchung an. Dabei sei „potenziell beweiserhebliches Material“ gefunden worden. Außerdem seien elektronische Datenträger sichergestellt worden. Die Auswertung dauere noch an, teilt der zuständige Staatsanwalt gegenüber dem „Spiegel“ mit.









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