Begonnen hatte die Geschichte rund um den Laptop-Dieb schon im Oktober 2011. Zu dieser Zeit wurde dem Londoner Spieledesigner sein Notebook entwendet. Einem Bericht der britischen IT-Website "The Register" zufolge ging er dann zur Polizei und erstattete Anzeige.
Als die Ermittlungen keine Fortschritte brachten, nahm der Designer die Nachforschungen selber in die Hand – mithilfe einer speziellen Art von Spyware namens "Hidden", die er selbst auf seinem Laptop installiert hatte, bevor der Langfinger ihn an sich nahm. Der Zweck des Programms, das als "Anti-Diebstahl-App" verkauft wird: Im Falle eines Diebstahls Informationen über das Treiben des Langfingers liefern und dabei helfen, selbigen zu identifizieren.
Screenshots offenbarten sexuelle Vorlieben des Diebes
Einige Wochen nach dem Diebstahl begann der Bestohlene damit, Screenshots von seinem Laptop herunterzuladen und zu dokumentieren, was der neue "Besitzer" damit alles anstellt. Der Bestohlene dürfte nicht schlecht gestaunt haben, als die Screenshots die sexuellen Vorlieben des Diebes offenbarten.
Spätestens als sich der Dieb auf einer Pornoseite, die sich auf Videos mit beleibten Darstellerinnen spezialisiert hatte, einen "Plumper Pass" kaufte, war dem Bestohlenen klar, welche Fantasien der neue Besitzer seines Laptops hatte.
Dieb wurde mit der Zeit unvorsichtig
Während der Langfinger, den der Bestohlene wegen seiner Vorlieben nur mehr "Plumpy" nennt, anfangs noch vorsichtig beim Umgang mit dem gestohlenen Rechner war, wurde er mit der Zeit offenbar immer unvorsichtiger. Anfangs hatte er die Webcam noch mit Klebeband überklebt.
"Ich bin kein religiöser Mann, aber ich habe gebetet, dass er es eines Tages entfernt", sagt der rechtmäßige Besitzer des Laptops gegenüber der Website. Eines Tages war es dann tatsächlich so weit: Der Dieb entfernte das Klebeband, weil er ein Videotelefonat mit zwei drallen Damen führen wollte.
Fotos des Diebes mittels Webcam aufgenommen
Darauf hatte der Designer gewartet. Er begann, mit der Webcam seines gestohlenen Laptops Fotos von dem Mann zu machen, der ihn entwendet hatte. Zusammen mit den Screenshots und WLAN-Informationen hätten die Bilder eigentlich ausreichen müssen, um die Polizei zum Fahndungserfolg zu führen.
Weil die Polizei jedoch trotz der Hinweise, die ihr der Designer zukommen ließ, offenbar keine Fortschritte machte, entschied sich der Bestohlene zu einem sehr unkonventionellen Mittel der Rache. Er stellte einen Blog ins Netz, auf dem er nun das Tun des Diebes dokumentiert.
Bestohlener verdient an Überwachung des Diebes
Darauf schaltet der Bestohlene Werbung - in der Hoffnung, zumindest einen Teil des Preises des gestohlenen Gerätes wieder zurückzubekommen. "Mein Plan war immer, an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn die Polizei nichts tut", sagt er.
Jetzt hält der Designer die Fangemeinde seines Blogs "Plumpergeddon" über das Tun des Laptop-Diebes auf dem Laufenden und liefert allerlei peinliche Eindrücke aus dem Leben des "Plumpy". Das bringe zwar den gestohlenen Laptop nicht zurück, verschaffe ihm aber zumindest etwas Genugtuung, erzählt der bestohlene Game-Designer. Dabei gehe es ihm weniger um das Geld, sondern vor allem darum, den Dieb und die Polizei, die ihm trotz der reichlich vorhandenen Informationen nicht helfen konnte, bloßzustellen.
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