Ein Update der Virendatenbank für den Virenscanner von Malwarebytes hat sich im Nachhinein als ziemlich großes Problem entpuppt. Nach dem Einspielen hielt die Software Windows selbst fälschlicherweise für eine Malware zum Herunterladen von Trojanern. Wichtige Windows-Systemdateien wurden als Schadcode markiert und vom Virenscanner blockiert.
Privat- und Geschäftskunden waren betroffen
Tausende PCs waren betroffen, und zwar nicht nur im Privatkundenbereich, sondern auch am Businesssektor. Zwar reagierte das Unternehmen schnell, zog das schadhafte Update zurück und veröffentlichte auf seiner Website Anweisungen, wie man durch den Virenscanner beeinträchtigte Systeme repariert. Allerdings hatte sich das Update zu diesem Zeitpunkt bereits weit verbreitet.
Der Chef des Unternehmens, das neben einer Gratis-Virenschutzsoftware für Privatkunden seit Herbst letzten Jahres auch Software für Geschäftskunden anbietet, habe sich bereits bei den Opfern des Updates entschuldigt, berichtet die britische IT-Website "The Register". Der Imageschaden für das Security-Unternehmen dürfte dennoch beträchtlich sein.
Unternehmen will Updates künftig genauer prüfen
Malwarebytes versprach nach den Vorfällen, Updates künftig vor der Auslieferung noch genauer zu testen, um sicherzustellen, dass derartige Probleme nicht noch einmal auftreten. Tatsächlich kommt es jedoch bei vielen Herstellern von Antivirenlösungen oder Firewalls gelegentlich zu solchen Problemen (siehe Infobox).
Gravierend werden sie dann, wenn der Scanner Windows-Dateien für Viren hält und sie deshalb in Quarantäne verschiebt. Das Betriebssystem kann dann nicht mehr darauf zugreifen und läuft instabil. Sind zentrale Systemdateien betroffen, kann es auch passieren, dass das System gar nicht mehr startet.
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