Wie der Verband auf seinem Jahreskongress am Donnerstag in Köln vorrechnete, beträgt der Produktivitätsverlust durch ständige digitale Störungen an einem durchschnittlichen Büroarbeitsplatz pro Jahr mehr als 12.000 Euro. Die Unternehmen seien daher gefordert, "neue betriebliche Rahmenbedingungen zu schaffen, damit sich die digitale Kommunikation nicht vom Segen zum Fluch entwickelt", so eco-Chef Summa.
"Firmen müssen Verantwortung für E-Müll übernehmen"
Viele Konzerne hätten die Gefahr bereits erkannt und steuerten dagegen, beispielsweise mit Regeln wie "keine E-Mails nach Feierabend". Aber auch die mittelständische Wirtschaft sollte beginnen, mit pragmatischen Regeln der Überinformation der Mitarbeiter einen Riegel vorzuschieben. "Die Firmen müssen Verantwortung für den E-Müll in ihren Betrieben übernehmen, um dem Konzentrationsverlust und letztlich dem drohenden Burn-out in der Arbeitnehmerschaft vorzubeugen", forderte Summa.
Mit dem Kampf gegen die digitale "Zuvielisation" würden die Unternehmen ihren Mitarbeitern zugleich helfen, die Work-Life-Balance zu verbessern und sich damit als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Schon heute kämen in jeder dritten Scheidungsklage die Worte Smartphone und Facebook vor, hieß es in Köln.
Sechs Lebensjahre auf Facebook und Co.
Erstaunen löste auf dem Internetkongress die Modellrechnung aus, wonach ein 75-Jähriger rechnerisch rund acht Monate seines Lebens allein mit dem Sichten und Löschen von E-Mails zugebracht hat. Das sei allerdings noch wenig im Vergleich zu den sechs Lebensjahren, die er sich - zumindest rechnerisch - in sozialen Netzwerken wie Facebook aufgehalten habe, so eco.
Zum Vergleich: 23 Jahre seines Lebens hat der 75-Jährige verschlafen, auf 14 Tage summieren sich die Küsse, die er im Laufe seines Lebens den Menschen geschenkt hat, die er liebt, rechnete der Verband vor.
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