"Überfällig"

Musikverband für Einführung der Festplattenabgabe

Web
14.02.2013 10:40
800.000 Österreicher nutzen regelmäßig die Möglichkeit, auf legalem Weg Musik im Internet zu kaufen. Das geht aus einer im Dezember vergangenen Jahres durchgeführten GfK-Studie hervor. Dieser zufolge sind 94 Prozent der Nutzer mit den digitalen Angeboten zufrieden, wie der Verband der Österreichischen Musikwirtschaft (IFPI) am Donnerstag mitteilte. Nichtsdestotrotz sind illegale Downloads nach wie vor weitverbreitet, weshalb sich der Verband jetzt dezidiert für die Einführung einer Festplattenabgabe ausspricht.

Für die Studie wurden in einem Zeitraum von zehn Tagen 1.000 Personen online befragt. Gründe für den Online-Kauf sind vorwiegend der bequeme Zugang sowie der Preis. Im Durchschnitt werden auf legalem Weg pro Monat rund acht Songs heruntergeladen und 3,46 Euro ausgegeben, wobei die Konsumenten am häufigsten auf die Angebote von iTunes und Amazon zurückgreifen. 

Getrübt werden diese Zahlen von der "Gratis-Mentalität": 1,1 Millionen Personen beziehen Musik über Filesharing-Netzwerke. Deutlich mehr, nämlich 1,9 Millionen, nutzen Software, um Songs von YouTube oder Internetradios aufzunehmen. Im Schnitt werden somit fast zehn Songs pro Monat bezogen, ohne dafür zu bezahlen.

Festplattenabgabe "begründet, notwendig und überfällig"
Für IFPI-Geschäftsführer Franz Medwenitsch zeigt sich dadurch, dass das legale Online-Angebot stimme, illegale Downloads das Wachstum hier allerdings schwächen würden. "Es ist höchste Zeit, dass Online-Plattformen wie YouTube und Co. nicht nur von Musik und Filmen wirtschaftlich profitieren, sondern für diese Inhalte auch entsprechend bezahlen." 

Deshalb fordert IFPI Austria die Einführung einer Festplattenabgabe, findet doch bei drei Viertel aller Downloader die Musik ihren Weg auf diese Speichermedien. "Die Einführung ist begründet, notwendig und überfällig."

Filmwirtschaft fordert Vorschläge für Urheberrecht
In eine ähnliche Kerbe schlägt die heimische Filmwirtschaft. Angesichts der Ablehnung einer Festplattenabgabe seitens der Plattform "Modernes Urheberrecht", zu der sich IT-Unternehmen und der Handel zusammengeschlossen haben, fordert der Verein Film Austria in einer Aussendung konkrete Vorschläge "für die Fortentwicklung des Urheberrechts". 

Die kürzlich von der Plattform geäußerte Forderung nach einem Urhebervertragsrecht wird als Vernebelungsstrategie bezeichnet, um das eigentliche Ziel, nämlich "eine Verzögerung und letztlich Verhinderung der für die Künstler essenziellen Weiterentwicklung der Leerkassettenvergütung in Richtung moderner Speichermedien" zu erreichen, wird Filmproduzent Veit Heiduschka zitiert.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Web
14.02.2013 10:40
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung