Sa, 20. Oktober 2018

Proxy abgeschaltet

21.12.2012 12:03

Briten gelangen nicht mehr auf "The Pirate Bay"

Bereits im Juni sperrten die großen britischen Internetprovider die Website "The Pirate Bay" auf gerichtliche Anweisung für ihre Kunden. Die britische Piratenpartei richtete daraufhin einen sogenannten Proxyserver ein, über den sich die Seite weiterhin aufrufen ließ. Nach Androhung juristischer Schritte durch die Musikindustrie nimmt die Piratenpartei den Server nun vom Netz und britischen Nutzern damit die Möglichkeit, darüber zur "Pirate Bay" vorzudringen.

Mehrere Mitglieder der britischen Piratenpartei hatten zuvor von Anwälten des Verbands der britischen Musikindustrie BPI Schreiben erhalten, in denen ihnen mit dem Rechtsweg gedroht wurde, falls man der Aufforderung, den Proxyserver abzuschalten, nicht nachkäme. Loz Kaye, der Chef der britischen Piraten, leistete der Aufforderung nun Folge und ließ den Proxy abschalten. Die mit einem Rechtsstreit verbundenen Kosten hätten die Partei in den Ruin getrieben, begründet die politische Bewegung ihr Tun.

Proxyserver war beliebtes Werkzeug gegen Zensur
Der Proxyserver war aus Solidarität zu anderen Piratenparteien in Europa eingerichtet worden, berichtet das IT-Portal "Heise". Die britische Piratenpartei vertritt die Auffassung, dass das Blockieren von Websites übertrieben und noch dazu wenig effektiv sei.

Der Proxyserver der Piratenpartei war von den Briten nicht nur zum Aufrufen der Torrent-Seite "The Pirate Bay" genutzt worden, sondern entpuppte sich schnell als beliebtes Werkzeug, um Zensur im Internet zu umgehen.

"Pirate Bay" auf Druck des britischen High Court gesperrt
Bereits im Juni mussten die großen britischen Internetprovider auf Drängen des britischen High Court den Zugang zur Torrent-Seite für ihre Kunden sperren, ähnliche Sperren gibt es auch in anderen Ländern (siehe Infobox). Über den Proxyserver gelang der Zugang aber weiterhin. Dessen Abschaltung macht den Besuch der kontrovers diskutierten Website für viele Briten nun unmöglich, wenngleich es auch weiterhin Alternativen zum Proxyserver der Piratenpartei gibt, beispielsweise das dezentrale Proxy-Netzwerk "TOR".

Die Musikindustrie argumentierte im Zuge der Sperrung der Website damit, dass es sich um eine illegale Seite handle, die das Wachstum legaler Musikdienste behindere. Auch für die Piratenpartei sei das Recht der Künstler zu respektieren, an ihren Werken zu verdienen, hieß es vonseiten der Musikindustrie.

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