Ein 17-jähriger Lehrling aus Oberösterreich macht Urlaub auf Mallorca. Dann liegt er plötzlich tot im Hinterhof eines Hotels. Seit gut einem Jahrzehnt sind seine Eltern auf der Suche nach der Wahrheit. „Wir wollen endlich wissen“, sagen sie, „warum unser Sohn sterben musste.“
Heinrich K. ist ein stattlicher Mann mit freundlichen Gesichtszügen und gütigen hellbraunen Augen. Schon von Jugend an, sagt er, habe er genau gewusst, was er vom Leben will. Ein Dasein in Frieden und Geborgenheit. Das stille Glück.
Lange Zeit hindurch lief für ihn alles nach Plan. Früh lernte er Hannelore, seine große Liebe, kennen. Die Hochzeit, zwei Söhne, eine Tochter. Mit Fleiß gelang es dem Oberösterreicher, den vom Großvater übernommenen Schlossereibetrieb in Mattighofen nach und nach zu einem florierenden Metallbau-Unternehmen zu machen; auf einem Grundstück nebenan baute er ein geräumiges Haus, „denn es sollte meiner Familie an nichts fehlen“.
„Wenn du eine Sache anfängst, dann musst du sie zu Ende bringen.“ Das sei immer sein Leitsatz gewesen, „ich bin damit oft an meine Ziele gekommen. Und darum habe ich auch versucht, ihn meinen drei Kindern zu verinnerlichen.“ Aber jetzt, zum ersten Mal in seinem Leben, spüre er, dass ihm die Kraft ausgehe. In der wichtigsten Aufgabe, die er sich selbst jemals gestellt hat.
Traurig, unendlich traurig sein Blick, als der 55-Jährige nun da sitzt, auf dem gemütlichen Sofa in seinem Wohnzimmer. Vor ihm, auf einem Glastisch, liegen dicke Ordner. „Es haben sich viele Akten angesammelt“, erklärt seine Frau mit leiser Stimme: „Seit unser Andreas gestorben ist.“ Seit dem fürchterlichen Drama, das alles verändert hat ...
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