Man habe den Auftrag erhalten, YouTube für die afghanische Öffentlichkeit so lange zu sperren, "bis das Video entfernt wurde", erklärte Aimal Marjan vom afghanischen Kommunikationsministerium gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
Ein Beamter des Kultusministeriums, der anonym bleiben wollte, erklärte, die Menschen sollten davon abgehalten werden, einen Film zu sehen, in dem "unser Prophet entweiht" werde. Gleichzeitig wolle die Regierung auf diese Weise mögliche Proteste verhindern.
Zuvor hatte bereits der afghanische Präsident Hamid Karzai den Film als "teuflischen Akt" verurteilt. Eine Beleidigung des Islam sei nicht durch die Redefreiheit gedeckt, so Karzai.
Trailer erhitzt die Gemüter
Der Film "Innocence of Muslims" (Unschuld der Muslime) selbst wurde bisher nicht veröffentlicht. Zu sehen ist auf YouTube nur ein 14-minütiger Trailer. Fast 1,3 Millionen Menschen haben diesen bislang gesehen - vor allem Kanadier, Ägypter und Tunesier, verrät die YouTube-Statistik. Unter den angemeldeten Nutzern waren die Zuschauer vor allem Männer ab 35 Jahren. Sekündlich kommentieren Zuschauer das Video, viele von ihnen beschimpfen den Macher vor allem auf Englisch oder Arabisch.
Hochgeladen hat das Video "sam bacile": Sein Alter gibt er mit 75 Jahren an, als seinen Wohnsitz die USA. Um den vermeintlichen Regisseur des Films ranken sich Mythen - vermutlich ist er untergetaucht und sein Name ein Pseudonym.
Google hat den Trailer bisher nur in Ägypten und Libyen wegen der schweren Ausschreitungen in diesen Ländern gesperrt, ansonsten sind die Filmausschnitte frei zugänglich. Man werde das Video nicht grundsätzlich vom Netz nehmen, da es nicht gegen die eigenen Richtlinien verstoße, kündigte der Internetkonzern an.
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