Hintergrund ist ein EU-Verfahren gegen den US-Softwarekonzern aus dem Jahr 2009. Damals hatten die Brüsseler Wettbewerbshüter Microsoft gezwungen, Verbrauchern in der EU auf einem Auswahlbildschirm neben dem hauseigenen Internet Explorer elf weitere Browser als Alternativen anzubieten, darunter Mozillas Firefox, Google Chrome, Apple Safari oder Opera. Auf diese Weise wollte Brüssel die Vormachtstellung des Konzerns brechen - sein Windows-Marktanteil liegt bei Computern und Laptops europaweit bei über 90 Prozent.
Die Verpflichtung galt für fünf Jahre, also bis 2014. Doch seit Februar vergangenen Jahres soll der Softwarekonzern gegen diese laut EU-Kommission verstoßen. Damals kam das erste Service Pack für Windows 7 auf den Markt. "Als Resultat konnten 28 Millionen Nutzer den Auswahlbildschirm nicht sehen", sagte Almunia zur Eröffnung des Kartellverfahrens im Juli. Dem Kommissar zufolge sei es das erste Mal, "dass ein Unternehmen sich nicht an die Vorgaben der Kartellbehörden hält. Wir nehmen das sehr ernst."
Sollte sich der Vorwurf erhärten, droht Microsoft eine Strafe von bis zu zehn Prozent eines Jahresumsatzes. Aus der Wettbewerbsbehörde hieß es, Microsoft habe den Verstoß zugegeben und spreche von einem "technischen Fehler". Eine Frist für den Abschluss des Falls gibt es nicht. Laut Almunia soll dieser jedoch so rasch wie möglich abgeschlossen werden.
Die EU- Kommission ist schon früher immer wieder gegen Microsoft vorgegangen und hat insgesamt Strafgelder von rund 1,7 Milliarden Euro verhängt. Der Kreuzzug der Wettbewerbshüter dauert seit mehr als einem Jahrzehnt an.
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