Der Tallinner Wirtschaftszeitung Äripäev und russischsprachigen Medien zufolge wird der Gründer der mittlerweile in Digitalu Eesti umbenannten IT-Firma Rove Digital als Mastermind des Betrugssystems angesehen, das seit 2007 vier Millionen Internetnutzer in weltweit 100 Ländern um insgesamt mehr als zehn Millionen Euro erleichtert haben soll.
Der Vater des Hauptverdächtigen, der bereits im Jahr 2008 in Estland wegen Online-Betrugs vor einem estnischen Gericht stand, ist mit einem ausgewiesenen Vermögen von 6,7 Millionen Euro einer der 300 reichsten Männer Estlands.
Das von den Cyberkriminellen laut US-Ermittlungen per sogenanntem "Klick-Betrug" zusammengehäufte Geld wurde offenbar über ein Geflecht von in Estland ansässigen Computer-, Marketing- und IT-Firmen gewaschen. Eine der von den involvierten Personen geführte IT-Consulting-Firma in Tartu etwa fiel den Ermittlern offenbar dadurch auf, dass sie im Jahr 2009 4.400 Euro Verlust schrieb, im Folgejahr dagegen 1,2 Millionen Euro mysteriöse Gewinne verbuchte.
Sechs estnische Staatsbürger wurden vergangene Woche im Zusammenhang mit der internationalen Internet-Betrugsaffäre in Estland festgenommen. Ein ebenfalls verdächtiger russischer Staatsbürger ist noch auf freiem Fuß (siehe Infobox).
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