Nach dem Willen der EU-Staaten sollen Verbraucher in Zukunft durch einen digitalen Produktpass sofort beim Kauf erkennen, wie nachhaltig ein Produkt ist. Mit dem Vorhaben sollen auch strengere Anforderungen an die Nachhaltigkeit gemacht werden, wie die Mitgliedsstaaten am Montag in Brüssel mitteilen.
„Künftig werden in der EU nur noch Produkte zugelassen, die langlebig, reparierbar, wiederverwendbar und recycelbar sind“, sagte der deutsche Staatssekretär Sven Giegold (Grüne). Die Entscheidung geht auf ein Vorhaben der EU-Kommission zurück. Diese hatte vor etwa einem Jahr vorgeschlagen, Mindeststandards etwa mit Blick auf Haltbarkeit, Energieverbrauch oder Reparaturmöglichkeit für fast alle Waren im EU-Binnenmarkt festzulegen. Ausnahmen soll es nur wenige geben. Von den Vorgaben sollen sowohl Verbraucher als auch die Umwelt profitieren.
„Leitmarkt für grüne Innovationen“
Mit der Verordnung erhalte die europäische Wirtschaft einen Wettbewerbsvorteil, da „wir hohe ökologische Standards im Binnenmarkt setzen, die Kraft des Binnenmarkts nutzen, um nachhaltige Produktstandards, etwa was Recyclingfähigkeit, Energieeffizienz und andere Kriterien angeht, zur Norm machen“, führte Giegold aus. Europa werde damit global zum Leitmarkt für grüne Innovationen. Nun muss sich noch das Europaparlament mit dem Vorschlag befassen und im Anschluss einen Kompromiss mit den EU-Staaten aushandeln.
Zudem soll das Vernichten fabrikneuer Textilien oder Schuhe in Europa künftig weitgehend tabu sein. Die EU will damit unter anderem der „Fast Fashion“ einen Riegel vorschieben: Textilien oder Schuhe, die massenweise produziert werden, aber dann im Schredder landen, wenn sie keinen Abnehmer finden. Durch den Online-Handel hat sich diese Praxis laut EU verstärkt. Ausnahmen sind für kleine und mittelgroße Unternehmen vorgesehen.
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