Der deutsche Digitalverband Bitkom warnt wegen geplanter gesetzlicher Änderungen vor einer Abwanderung von Rechenzentren. Konkret geht es um ein Energieeffizienzgesetz. Dieses würde Auflagen für Rechenzentren deutlich verschärfen, teilte der Verband am Dienstag in Berlin mit. Präsident Achim Berg kritisierte: „Mit diesem Energieeffizienzgesetz werden Rechenzentren aus Deutschland vertrieben.“
Der Gesetzesentwurf enthalte eine Fülle von Detail- und Überregulierungen mit Effizienzvorgaben, wie sie für keine andere Branche geplant seien und die nach heutigem Stand schlicht nicht erreichbar seien.
Die Abwärmenetze werden bislang völlig losgelöst von Rechenzentren geplant.
Bitkom-Präsident Achim Berg
„Bleibt es bei den nun vorgesehenen Regelungen, können neue Rechenzentren zukünftig nur noch dort angesiedelt werden, wo Abwärmenetze vorhanden oder verbindlich vorgesehen sind. Die Abwärmenetze werden aber bislang völlig losgelöst von Rechenzentren geplant und umgekehrt muss auch die Standortwahl von Rechenzentren einer anderen Logik folgen, als dies die Abwärmenetze tun“, so Berg.
Abwärme soll genutzt werden
Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass künftig Abwärme von Rechenzentren besser genutzt werden soll. Neue Rechenzentren sollen zur Einhaltung von Energieeffizienzstandards und zur Abwärmenutzung von mindestens 10 bis schrittweise 20 Prozent verpflichtet werden. Bestehende Rechenzentren sollen ebenfalls Effizienzanforderungen erfüllen.
Außerdem sollen Unternehmen mit einem hohen Energieverbrauch Energie- oder Umweltmanagementsysteme einführen und konkrete Pläne zur Umsetzung von wirtschaftlichen Energieeffizienzmaßnahmen erstellen.
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