Nach rechts gerückt
Schweden im Wandel: Die Abkehr vom liberalen Weg
Schweden übernimmt für ein halbes Jahr die EU-Ratspräsidentschaft. Porträt eines Staates im hohen Norden, der lange als Sinnbild für Toleranz galt und nun weit nach rechts gerückt ist.
Abschied von Büllerbü, also vom stets sonnigen und heiteren Idyll à la Astrid Lindgren, schrieben Kommentatoren nach der Wahl in Schweden im vergangenen September. Im Land selbst war man über den Rechtsruck – die aus der Neonaziszene hervorgegangenen Schwedendemokraten waren die großen Gewinner – wenig überrascht. Lange war die Asylpolitik besonders großzügig, gemessen an der Bevölkerungszahl nahm Schweden bis 2015 mehr Flüchtlinge auf als jedes andere EU-Land. Dann wurde es zu viel – der Staat machte die Grenzen dicht. Doch mit den Folgen der enormen Migrationswelle kämpft Schweden bis heute. In den vergangenen Jahren stieg die Drogen- und Bandenkriminalität deutlich an, allein heuer gab es bis Herbst bereits 250 Schießereien mit knapp 60 Todesopfern.

















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