Unsicherheit bleibt
Live-Daten zeigen: Iraner haben wieder Internet
Geben die Mullahs jetzt etwa nach? Die nahezu vollständige Internetblockade im Iran ist offenbar teilweise wieder aufgehoben worden. Jetzt wird spekuliert, ob die Sperre bald komplett gelöst wird.
Live-Daten zeigten, dass Internetverbindungen nach mehr als zwei Monaten teils wiederhergestellt worden seien, berichtete die auf Internetsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf X. Es handelte sich demnach um „die längste landesweite Internetabschaltung in der jüngeren Geschichte“. Es sei jedoch unklar, ob die Wiederherstellung von Dauer sein wird.
Auch die Daten des IT-Unternehmens Cloudflare zeigten am Dienstag einen Anstieg des Webtraffics im Vergleich zu den vergangenen Wochen.
Nicht alles funktioniert
Iranische Medien bestätigten unterdessen die teilweise Aufhebung der Sperre nach rund drei Monaten. Die Nachrichtenagentur Isna berichtete unter Berufung auf die nationale Telekommunikationsgesellschaft, dass der Zugang zum internationalen Internet für alle privaten und geschäftlichen Kunden des Unternehmens über die Breitbandanschlüsse wiederhergestellt worden sei.
Aus dem Iran berichteten einige Nutzer, dass sie wieder Freunde und Familien im Ausland erreichen konnten. Andere blieben weiter offline, vor allem Nutzer mit mobilem Internet.
Komplette Freischaltung bereits Anfang Juni?
Am Montag hatte Präsident Masoud Pezeshkian – wie berichtet – die Freischaltung des internationalen Internets iranischen Angaben zufolge angeordnet. Ein konkretes Datum für die Entsperrung wurde bisher nicht genannt. Mitte Mai hatten iranische Medien jedoch über eine mögliche Freischaltung am 5. Juni berichtet.
Die Regierung hatte den Zugang zum weltweiten Internet seit Kriegsbeginn am 28. Februar nahezu vollständig blockiert. Seither konnten die rund 90 Millionen Iraner nur das sogenannte „nationale Internet“ nutzen, in dem ausschließlich staatlich genehmigte Webseiten erreichbar sind. Die Sperre hatte neben gesellschaftlichen auch erhebliche wirtschaftliche Folgen.
Irans Internet unterliegt auch in Friedenszeiten strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind gesperrt. Um soziale Medien und Netzwerke wie etwa Instagram, TikTok und YouTube zu nutzen, gehören teure lokale Tunneldienste (VPN) für einen Großteil der Nutzer zum Alltag.









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.