Moskau müsse die besetzten Gebiete zurückgeben, wenn es einen Waffenstillstand geben soll, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj jetzt. Zudem würde ein Einfrieren des Konflikts den russischen Truppen nur eine Erholungspause verschaffen, der Krieg dauere damit erst recht länger. Dringender als ein Waffenstillstand seien Luftabwehrsysteme, um Raketenangriffe auf die Zivilbevölkerung verhindern zu können.
Das berichtete das „Wall Street Journal“, das sich dabei auf Aussagen Selenskyjs bezog. Diplomatische Zugeständnisse an Moskau könnten laut ihm die Märkte zwar etwas stabilisieren, seien aber nur eine „Atempause.“ Zudem würden sich diese künftig „als Bumerang erweisen“. Dringender als einen Waffenstillstand brauche die Ukraine weitere Waffen, konkret Luftabwehrsysteme. Bereits gelieferte Waffen wie die US-Raketenwerfer HIMARS seien dabei wichtig, aber noch unzureichend.
Ukrainische Truppen griffen Donezk an
Die ukrainischen Truppen sollen Freitagfrüh die von Moskau kontrollierte Stadt Donezk angegriffen haben. Laut dem Bürgermeister von Lyssytschansk (Nachbarregion, Anm.) gibt es dort Probleme bei Lebensmittellieferungen für die Zivilbevölkerung, nachdem ukrainische Streitkräfte beim Rückzug Brücken zerstört hatten.
Einsatz von Kamikaze-Drohnen bestätigt
Am selben Tag bestätigte Kiew, Kampfdrohnen am Atomkraftwerk Enerhodar eingesetzt zu haben, das bereits vom Feind besetzt wird. „Mit Kamikaze-Drohnen wurde ein Angriff auf eine Zeltstadt und feindliche Technik ausgeführt“, sagte der Militärgeheimdienst. Dabei sollen drei russische Soldaten und Soldatinnen getötet sowie zwölf weitere Menschen verletzt worden sein. Zerstört wurden Luftabwehr und ein Mehrfachraketenwerfer des Typs Grad (Hagel).
In einem Video sind Zelte und vor einer Explosion fliehende Menschen zu sehen. Zuvor hatte die russische Besatzungsverwaltung des Gebiets Saporischschja über die Attacke rund 440 Kilometer südöstlich von Kiew berichtet. Laut diesen Angaben wurden elf Kraftwerksmitarbeiter und Mitarbeiterinnen verletzt, vier davon schwer. Die Angaben beider Seiten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Enerhodar ist mit sechs Blöcken und einer Leistung von 600 Megawatt das größte Atomkraftwerk Europas, mehr als die Hälfte der Elektroenergie der Ukraine wird aus Atomkraft erzeugt. Russische Truppen eroberten das Werk bereits Anfang März.
Unterdessen prüfen Regierungen weitere Waffenlieferungen wie von Kampfjets und „Phoenix Ghost“-Drohnen. Besonders spendierfreudig sind die USA, die der Ukraine (seit dem Amtsantritt von Präsident Joe Biden, Anm.) Waffen, Munition und Ausrüstung im Wert von insgesamt 8,2 Milliarden Dollar zugesagt haben (8,04 Milliarden Euro).














Kommentare
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).