Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat der russischen Armee Folter, illegale Verhaftungen und Freiheitsberaubung von Zivilpersonen im Süden der Ukraine vorgeworfen. Mehr als 70 Ukrainer und Ukrainerinnen wurden dazu befragt. Sie haben laut eigenen Angaben Verletzungen an den Rippen oder Zähnen, Verbrennungen oder Gehirnerschütterungen erlitten.
Die befragten Zivilpersonen wohnen in den Regionen Cherson und Saporischschja. Während Cherson bereits fast vollständig von russischen Truppen besetzt ist, ist es in Saporischschja ein Teil. In den beiden Regionen lebten vor Kriegsbeginn am 24. Februar insgesamt mehr als 2,7 Millionen Menschen. Nun werden Vorwürfe laut, dass die ukrainischen Zivilpersonen im Süden von den russischen Truppen misshandelt werden. „Sie haben die von ihnen besetzten Gebiete (...) in einen Abgrund der Angst und der wilden Anarchie verwandelt“, sagte Julia Gorbunowa von HRW. Als Beispiele führte sie Folter, „unmenschliche Behandlungen“, „willkürliche Festnahmen“ und „Freiheitsberaubung“ an.
HRW hat laut eigener Aussage mehr als 70 Zivilpersonen befragt, die mehr als 40 Fälle von Misshandlungen und Folter schilderten. Sie seien verprügelt oder Stromstößen ausgesetzt worden. Dabei haben die Menschen in der Ukraine Verletzungen an den Rippen oder Zähnen, Verbrennungen oder Gehirnerschütterungen erlitten. Zum Teil sind sie auch zu Zeugen und Zeuginnen von Folter geworden. Laut HRW seien die russischen Behörden dafür zuständig, die Misshandlungen zu beenden
Weitere EU-Gelder für Waffen
Wie berichtet, sind derzeit keine Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Sicht. Moskau drohte mit weiteren Kampfhandlungen, der Westen liefert wieder Waffen an die Ukraine. Erst am Freitag haben die EU-Staaten mehr als 500 Millionen Euro für Waffen und die Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte beschlossen. Das Geld soll unter anderem in Schutzausrüstung, Benzin und Erste-Hilfe-Kits (insgesamt 10 Millionen Euro), aber vordergründig in Waffen und Munition (490 Millionen Euro) fließen. Insgesamt liegen die Ausgaben der EU mit dem neuen Paket bei 2,5 Milliarden Euro. Ein Viertel des Geldes kommt von Deutschland.
Italien hat bereits weiterhin Waffen angekündigt, falls die Mitte-Rechts-Allianz die vorgezogenen Parlamentswahlen am 25. September gewinnen sollte. „Wir haben die Ukraine immer verteidigt und unterstützt. Der Westen muss wissen, dass er mit uns rechnen kann. Ich würde keine Zweideutigkeit in diesem Punkt tolerieren“, sagte Giorgia Meloni, Chefin der oppositionellen Rechtspartei „Brüder Italiens“ (Fdl). In Italien ist die öffentliche Unterstützung für Waffenlieferungen an Kiew im Gegensatz zu Deutschland, Frankreich und Großbritannien jedoch gering, wie Meinungsumfragen bisher ergeben haben.














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