Bei der Frage, wie viel Gewicht eine Gaming-Maus auf die Waage bringen muss, scheiden sich die Geister. Roccat mit seiner Kone Pro, die es auch als kabellose Variante mit dem Namenszusatz Air gibt, richtet sich an Freunde besonders leichtgewichtiger Peripherie. Wir haben probegespielt.
Geringeres Gewicht bedeutet bessere Gleiteigenschaften. Und Gleitfähigkeit ist Trumpf, manch Profi-Gamer pickt sich sogar eigens „Mouse Skates“ aus Teflon an die Unterseite seines Eingabegeräts. Roccats Kone Pro (Air) - die Version mit Kabel wiegt 66, die kabellose mit Akku 75 Gramm - schwebten im Test auch ohne über unser angerautes Glas-Mauspad.
Die Ergonomie leidet nicht unter dem geringen Gewicht - zumindest bei Rechtshändern, für Linkshänder ist die Kone Pro ungeeignet. Die Maus ist von angenehmer Größe für mittelgroße Greifwerkzeuge und harmoniert mit unterschiedlichen „Grifftechniken“. Sie ist groß genug, um die Hand darauf abzulegen und die ganze Maus durch die Gegend zu schieben, aber auch leicht genug, um sie aus dem Handgelenk oder mit den Fingerspitzen präzise anzuschubsen.
Äußerst präzise - für manche zu präzise?
Mit einer Auflösung von bis zu 19.000 dpi verfügt die Kone Pro über einen hochpräzisen optischen Sensor, der auch auf unserer Test-Glasoberfläche stets die korrekte Position erkannte. Stellt man die Auflösung entsprechend hoch ein, werden kleinste Bewegungen umgehend erkannt.
Schattenseite der exquisiten Gleiteigenschaften und der enormen Präzision: Grobmotoriker übertragen mit etwas Pech auch die eine oder andere Fehleingabe, die ein anderer Nager „geschluckt“ hätte - etwa, weil ihn eine minimale Berührung noch gar nicht bewegt hätte. Nicht umsonst gibt es auch Spieler, die ihre Mäuse eigens mit Gewichten beschweren.
Hier gilt es, nebst anderen Charakteristika wie der Doppelklickgeschwindigkeit, die subjektiv als optimal empfundene dpi-Einstellung zu finden, was in Roccats Treiber-Software „Swarm“ auch intuitiv gelingt. Hier kann weiters die - im Vergleich zu anderen Gaming-Mäusen dezente - RGB-Beleuchtung in den Maustasten gesteuert werden. Auch Makros kann man im insgesamt gut gemachten Treiber erstellen.
Präzise Tasten, saubere Verarbeitung
Die Tasten - zwei Haupttasten mit optischen Schaltern, ein klickbares und schön ausdifferenziertes Mausrad aus Metall sowie zwei Seitentasten - bieten einen angenehmen Druckpunkt. Die reguläre Version bietet ein mit 1,8 Metern ausreichend langes textilummanteltes USB-Anschlusskabel, praktischerweise die kabellose ebenfalls - nur, dass es hier abnehmbar ist und die Maus nur im Bedarfsfall lädt.
Die Verarbeitung der aus Plastik gefertigten Maus ist unaufgeregt-sauber: Durchdachte Technik, der man ihren Preis von 70 bis 100 Euro nicht ansieht. Praktisch, immerhin handelt es sich um ein Verschleißteil: Reserve-Mausfüße liegen bei, die kabellose Version kommt außerdem mit USB-Empfänger, kann aber auch via Bluetooth verwendet werden.
Profile an der Unterseite wechselbar
Als praktisch empfangen wir die an der Mausunterseite angebrachte Taste zum Wechseln der bis zu fünf im Treiber einstellbaren Profile: Hier kann man die Maus etwa auf Knopfdruck vom Strategiespiel- in einen Shooter-Modus mit ganz anderen Einstellungen versetzen.
Im Test überraschte die kabellose Variante mit schnellen Reaktionszeiten: Über den beiliegenden USB-Empfänger mit dem PC verbunden, stellten wir beim Spielen keinerlei Eingabeverzögerung oder Aussetzer fest.
Die Akkulaufzeit ist für so ein Leichtgewicht recht gut: Selbst bei aktivierter RGB-Beleuchtung schaffte sie im Test bei zehn Stunden Nutzung pro Tag sechs Tage Betrieb. Ohne Beleuchtung waren auch zehn drin.
Fazit: Tolle Gleiteigenschaften, geringes Gewicht, sehr hohe Präzision, gute Software und saubere Verarbeitung: Rechtshänder mit einer Affinität zu leichtgewichtigen Gaming-Mäusen machen mit der Roccat Kone Pro (Air) nichts verkehrt. Linkshänder und Freunde schwererer Peripherie werden hingegen wenig Freude mit dem hochpräzisen Fliegengewicht haben.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.