Cyber-Attacken

Berlin wirft Moskau Angriffe auf Abgeordnete vor

Web
06.09.2021 13:58

Die deutsche Regierung hat sich in scharfem Ton gegen russische Beeinflussungsversuche vor der Bundestagswahl am 26. September verwahrt. Eine Sprecherin des Außenministeriums in Berlin forderte am Montag eine sofortige Einstellung der Cyber-Kampagnen und drohte der russischen Regierung mit Konsequenzen, sollte sie der Forderung nicht nachkommen. Es sei „unter anderem mit Phishing-E-Mails“ versucht worden, an persönliche Anmeldedaten von Volksvertretern zu gelangen.

„Die Bundesregierung betrachtet dieses inakzeptable Vorgehen als Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland und für den demokratischen Willensbildungsprozess und als schwere Belastung für die bilateralen Beziehungen“, sagte die Sprecherin. Der Regierung liegen der Außenamtssprecherin zufolge „verlässliche Erkenntnisse“ vor, demzufolge die Desinformationskampagne „Cyber-Akteuren des russischen Staates und konkret dem Militärgeheimdienst GRU zugerechnet werden können“. Dieses Vorgehen sei „vollkommen inakzeptabel“, die Bundesregierung behalte sich „weitergehende Maßnahmen“ vor.

Im Vorfeld der Bundestagswahl sei demnach „unter anderem mit Phishing-E-Mails“ versucht worden, an persönliche Anmeldedaten insbesondere von Bundestags- und Landtagsabgeordneten zu gelangen, „um dadurch Identitätsdiebstahl begehen zu können“, hieß es weiter. „Diese Angriffe können als Vorbereitungshandlungen für Einflussoperationen wie zum Beispiel Desinformationskampagnen bei der Bundestagswahl dienen.“

Militärgeheimdienst GRU verantwortlich
Hinter den Angriffen stecke ein „Cyber-Akteur“ namens „Ghostwriter“, hinter dem der russische Militärgeheimdienst stehe, sagte die Sprecherin. „Die Bundesregierung fordert die russische Regierung mit allem Nachdruck auf, diese unzulässigen Cyber-Aktivitäten mit sofortiger Wirkung einzustellen.“ Sie habe diese Forderung bereits „direkt gegenüber russischen Amtsträgern geäußert“, sagte die Sprecherin - zuletzt bei der Tagung der deutsch-russischen hohen Arbeitsgruppe Sicherheitspolitik in der vergangenen Woche. Zur Reaktion der russischen Seite wollte sich die Sprecherin nicht äußern.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.



Kostenlose Spiele