"X-Pire" versieht jedes bearbeitete Foto mit einem digitalen Schlüssel, der auf einem sicheren Server gespeichert wird, wie die Hersteller erklärten. Wer sich die Fotos anschauen und dafür entschlüsseln will, muss sich ein Plugin für seinen Browser installieren. Ist das Verfallsdatum einmal abgelaufen, verschwindet der Schlüssel und das Foto bleibt für jeden unkenntlich.
Solange die Fotos sichtbar sind, könne deren Haltbarkeit beliebig verlängert oder verkürzt werden, sagte Entwickler Michael Backes von der Universität des Saarlandes. "Nur eines geht nicht: Sachen, die verfallen sind, können wir nicht mehr sichtbar machen."
Noch kann die Software nur Fotos im Jpeg-Format verschlüsseln. Backes und sein Team arbeiten aber bereits an einer Erweiterung, die auch andere Dateiformate mit dem digitalen Zeitzünder versehen soll. "Intern können wir bereits Texte und ganze Webseiten verschwinden lassen", so Backes. Es gehe nur noch darum, diese Befehle in das System so einzupflegen, dass es für die Nutzer komfortabel zu bedienen sei. In sechs bis acht Wochen solle die Erweiterung fertig sein.
Trügerische Sicherheit
Die Kosten für den digitalen Zeitzünder belaufen sich derzeit auf knapp sieben Euro für drei Monate. Sechs- oder Zwölfmonats-Abonnements fallen ein wenig günstiger aus. Zahlen muss aber nur, wer seine Bilder verschlüsseln muss - das Zusatzprogramm zum Betrachten der Bilder ist kostenlos.
Der große Haken an der Sache: Absolute Sicherheit bietet das Programm nicht. Es könne nicht davor schützen, dass jemand ein Foto vor Ablauf des Verfallsdatums öffnet, kopiert und neu ins Internet stellt, warnen die Erfinder. Ein einfacher Screenshot genügt also, um den Sicherheitsmechanismus auszuhebeln.
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