03.11.2004 11:55 |

Orange-Rot

Ampeln alle acht Minuten bei Rot überfahren!

or allem Stress und Zeitdruck dürften die Bereitschaft, bei Rot aufs Gas zu steigen, enorm erhöhen. Denn Rotsünder Nummer Eins sind nicht junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren, die ansonsten als Risikolenker gelten, sondern Berufstätige zwischen 26 und 64. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Kuratorium für Verkehrssicherheit.
Diese Faktoren erklären auch die Tatsache,dass Kreuzungskollisionen gerade in den Nachmittagsstunden Hochkonjunkturhaben - das Unfallaufkommen ist hier sogar wesentlich höherals im Frühverkehr.
 
Drei Kategorien von Rotsündern sind dabei auffällig:Jene, die bewusst die Rotphase missachten, jene, die geistesabwesendsind und so genannte "Frühstarter" - jene, die sofort nachStillstand des Querverkehrs die Kreuzung queren. Und: Vor allemMänner (85 Prozent aller Rotsünder) nehmen es mit denroten Ampeln wesentlich weniger genau als Frauen!
 
Alle acht Minuten
Im Schnitt wird das Rotlicht in Österreich proampelgeregelter Kreuzung alle acht Minuten überfahren - inWien sogar alle fünf Minuten. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeithängt dabei eng mit der Risikobereitschaft zusammen: HöhereGeschwindigkeiten verleiten automatisch zu häufigeren Gelb-oder Rotlichtübertretungen. 88 Prozent der Rotsünderqueren den Kreuzungsbereich in den ersten beiden Sekunden derRotphase. Einige zeigen sich jedoch auch später risikobereit:zwölf Prozent überfahren die Haltelinie noch in derdritten bis achten (!) Sekunde.
 
Unfälle vorprogrammiert
Zumeist nicht ohne Schaden, zeigt die Unfallstatistik:Im vergangenen Jahr verunglückten rund 1.200 Personen durchRotlicht-Missachtungen, 120 wurden dabei schwer verletzt, sechsbezahlten mit dem Leben. Fußgänger sind besonders gefährdet:Jeder Vierte, der in eine solche Kollision verwickelt wird, erleidetentweder schwere oder tödliche Verletzungen.
 
Bremsfaktor Rotlichtüberwachungskameras
Geregelte Kreuzungen, die bereits mit so genanntenRotlichtüberwachungskameras versehen sind - wie beispielsweisedie Kreuzung "Minimundus" in Klagenfurt - zeigen eindeutige Erfolge:Vor Installierung der Überwachungskamera wurden an dieserKreuzung überdurchschnittlich viele Rotsünder registriert.Nach Bekanntmachung der Inbetriebnahme nahm diese Zahl deutlichab. Das zeigt, dass allein das Wissen über eine permanenteÜberwachung die Rotlichtmissachtungen reduziert.
 
Gelb als verlängerte Grünphase
Die Erhebung machte zusätzlich deutlich, dass die Gelbphase,die eigentlich bereits "Halt" signalisiert, von vielen Lenkernals verlängerte Grünphase angesehen wird. Die StVO regeltzwar, dass Lenker, denen ein sicheres Anhalten bei Gelb nichtmehr möglich ist, weiterfahren dürfen - 90 Prozent derGelblichtüberfahrer hätten jedoch problemlos vor derAmpel halten können.
 
ÖAMTC: Autolenker häufig unfreiwilligRotsünder
Häufig sind schlechte Ampelschaltungen oderdie Verkehrsbeeinflussung von Straßenbahnen und Bussen schuld,dass Autolenker zu unfreiwilligen Rotsündern werden. "Geradezu Verkehrsspitzen kommen beispielsweise Abbieger wegen kurzerGrünzeiten beziehungsweise starken Gegenverkehrs in der Grünphasekaum über die Kreuzung.
Dienstag, 11. Mai 2021
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