29.04.2021 10:33 |

Keine gesunde Mahlzeit

Z wie Zuckerbombe: Schoko-Zerealien im Test

Kakaohaltige Frühstücksflocken geraten allein wegen der Aufmachung eher selten in den Verdacht, zu einer ausgewogenen Ernährung beizutragen - auch wenn der eine oder andere Hersteller versucht, mit Auslobungen wie „vitaminreich“, „XX Prozent Vollkorn“ oder „zuckerreduziert“ den Eindruck der Zuckerbombe zu vermeiden. Auch ein neuer Test bestätigt: Schoko-Cornflakes sind mehr Nascherei denn Frühstück - egal, ob diese aus herkömmlicher oder biologischer Erzeugung stammen.

Wie gesund bzw. ungesund Schoko-Pops und Co. für unsere - ohnehin oft schon zu dicken - Kinder wirklich sind, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Rahmen des EU-Projektes FoodPRO gemeinsam mit europäischen Konsumentenorganisationen untersucht. Dabei wurden zwölf Schoko-Zerealien, darunter fünf Bio-Produkte, mit Preisen von 27 Cent bis 1,20 Euro pro 100 g einer Prüfung unterzogen. Das Ergebnis: Nur zwei Produkte waren hinsichtlich ihres Zuckergehalts einigermaßen unbedenklich.

Für den Rest gilt: Mehr Nascherei denn Frühstück. Insgesamt wurden drei „gute“, sieben „durchschnittliche“ und zwei „weniger zufriedenstellende“ Bewertungen vergeben. Sowohl die zwei besten als auch die zwei schlechtesten Produkte stammen aus biologischer Erzeugung. Die Bio-Produkte Dennree Schoko Bären und Dennree Schoko Kugeln waren mit jeweils 1,20 Euro pro 100 Gramm nicht nur die teuersten Produkte, sondern enthielten mit fast 30 Gramm pro 100 Gramm auch den meisten Zucker - dafür aber nur halb so viele Ballaststoffe wie der Testsieger.

„Bio nicht automatisch gesund“
„Das zeigt, dass Bio nicht automatisch gesunde Nahrung bedeutet, sondern es wie bei konventionellen Produkten auch auf die Rezeptur ankommt“, erläutert Ernährungswissenschafterin Birgit Beck. „Insgesamt war der Zuckergehalt der meisten getesteten Produkte erwartungsgemäß recht hoch. Er lag zwischen 13 und 29,6 Gramm pro 100 Gramm.“

Getreideflocken, Grieß oder Reis als Alternativen
„Die WHO empfiehlt, dass ein Volksschulkind täglich nicht mehr als 25 bis 50 g Zucker zu sich nimmt - das entspricht bis zu zwölf Stück Würfelzucker. Eine Portion Schoko-Zerealien zum Frühstück kann davon bereits einen beträchtlichen Anteil ausmachen.“ Als Alternative empfiehlt Beck Getreideflocken, Grieß oder Reis mit Milch oder Pflanzendrinks. „Eine süße Note kann man dem Ganzen mit Früchten verleihen. Das ist nicht nur gesünder, sondern oft auch weit preisgünstiger.“

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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