Schnee von gestern

Haarige Sache: Das solltest du über Schuppen wissen

Gesund
01.12.2010 13:46
Kopfschuppen sind ein leidiges Problem, viele Betroffene schämen sich dafür. Dabei hat jeder zweite Mensch Schuppen, allerdings in unterschiedlichen Schweregraden. Männer und Frauen sind aber zu gleichen Teilen betroffen. Wir sagen dir, was du über die lästigen Kopfschuppen wissen solltest, damit sie bald Schnee von gestern sind.

Seit den 50er-Jahren beschäftigt sich die Naturwissenschaft mit der Ursache von Schuppen. Fest steht: Mangelnde Körperpflege ist nicht schuld. Das weiße Geriesel wird auch nicht durch einen verstärkten Zellteilungsprozess hervorgerufen, wie lange angenommen wurde. 

Hautpilz macht Schuppen
Ein Hautpilz namens Malassezia globosa ist verantwortlich. Die meisten Menschen haben ihn auf ihrer Kopfhaut, aber nicht alle bekommen deshalb Schuppen. "Es gibt einen Zusammenhang zwischen fettiger Kopfhaut und dem Schweregrad der Schuppen. Aber auch Klima, Hormone, Stress und Ernährung können einen Einfluss haben", sagt Haarexperte Rene C. Rust vom Kosmetikkonzern Procter & Gamble. Für die Ausprägung der Schuppen sei ausschließlich die individuelle Reaktion der Kopfhaut auf den Pilz ausschlaggebend.

Nach einer erfolgreichen Entfernung kann Malassezia globosa die Kopfhaut wieder neu besiedeln, da er sich auf allen möglichen Oberflächen befindet und sogar über die Luft fortbewegen kann. "Einmal Schuppen, immer Schuppen", bestätigte Rust. Um das Problem in Schach zu halten, empfiehlt er spezielle Anti-Schuppen-Shampoos, die auch eine Reduktion der Symptome wie Trockenheit, Juckreiz und andere Irritationen bewirken. Der meistverwendete Wirkstoff sei das vor über 50 Jahre eingeführte und seither immer wieder verbesserte Zinkpyrithion (ZPT).

Grundsätzlich gilt bei Schuppen immer: Nur mit entsprechender Pflege sind sie Schnee von gestern. Und diese sollte so erfolgen:

  • Das Haar sollte nicht öfter als zwei Mal pro Woche mit milden und rückfettenden Mitteln gewaschen werden. 
  • Spezielle Kosmetika (Anti-Schuppenshampoos) enthalten Antipilzmittel oder allgemein desinfizierende Stoffe wie Zinkpyrithion oder Climbazol. 
  • Wichtig: Das Shampoo auf den Haartyp (normal, trocken oder fettig) abgestimmt wählen! 
  • Nach dem Waschen gut ausspülen und am besten an der Luft trocknen. 
  • Bei stärkerem Befall wird man mit Antipilzmitteln aus der Apotheke bessere Ergebnisse erzielen. In schweren Fällen greift der Hautarzt ein, indem er zum Beispiel auf der Kopfhaut haftende Schuppen mit Salicylsäure löst.

Erbgut wird entschlüsselt
Weitere Erkenntnisse soll die Stammzellenforschung bringen: Mittlerweile wurde sogar schon das Genom, die Erbinformation, des Pilzes entschlüsselt. So wurde zum Beispiel entdeckt, dass Malassezia globosa ein extrem kleines, effizientes und anpassungsfähiges Erbgut hat, etwa 300 mal kleiner als das des Menschen. "Diese Studie hat ermöglicht, etwa 4.000 potenzielle neue Ziele für Behandlungsmethoden zu identifizieren, für die 4.000 speziellen Proteine, die das Malassezia-Erbgut codiert", sagt Rust. Und noch etwas haben die Forscher herausgefunden: Der Pilz ist nicht nur auf fast allen Köpfen zu finden, er habe dort "wahrscheinlich auch sexuelle Interaktion", wodurch er sich noch leichter fortpflanzen kann. Nur eine positive Wirkung auf den Menschen konnte die Wissenschaft bisher nicht nachweisen.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Gesund
01.12.2010 13:46
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung