18.01.2021 16:22 |

Land prüft Vorwürfe

Impfungen in Kärnten: Vorreihung gegen „Spende“?

Ist es zu Vorreihungen bei den Corona-Impfungen gekommen, wenn im Gegenzug eine „Spende“ geflossen ist? Dieser Frage geht das Land Kärnten nach Auftauchen entsprechender Vorwürfe aus Pflege- und Seniorenheimen nach. Eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft ist ebenfalls angekündigt worden.

Seit mehreren Tagen machen in Kärnten Gerüchte rund um die Impf-Aktion in Heimen die Runde - demnach sollen Milliardäre, Politiker oder Prominente zum Zug gekommen sein, obwohl sie gar nicht zur Corona-Risikogruppe gehören würden. Bei den Prüfungen durch das Land sei man noch auf keinen Fall gestoßen, der sich erhärtet hätte - „aber das heißt nicht automatisch, dass nichts war“, erklärte Gerd Kurath vom Landespressedienst am Montagnachmittag bei einer Videokonferenz mit Journalisten. Wie viele Meldungen vorliegen, war vorerst unklar, die Zahl dürfte aber zweistellig sein.

Kern der Vorwürfe ist offensichtlich die Erstellung der sogenannten „Ersatzlisten“ mit Impfwilligen, die eine Immunisierung bekommen, wenn mehr Impfstoff als eingerechnet zur Verfügung ist oder Heimbewohner etwa wegen einer Erkrankung nicht geimpft werden können. Auf solchen Listen seien auch Angehörige von Heimbewohnern zu finden, etwa solche, die oft zu Besuch kommen.

Die Impfung von ihnen trage auch zum Schutz der Heime bei, meinte Kurath. Besonders in der Anfangsphase sei oft Impfstoff übrig geblieben, und zwar weil einer Ampulle nicht - wie berechnet - Impfstoff für fünf, sondern sogar für sechs Impfungen entnommen werden konnte. Nun kalkuliere man aber bereits mit sechs Impfungen pro Ampulle.

Der Kärntner FPÖ-Landesparteiobmann Gernot Darmann machte das Land Kärnten für die Causa verantwortlich: Die fehlende Organisation des Landes habe „zu einer unkoordinierten und freien Vergabe des überschüssigen Impfstoffes“ geführt.

Hohe Impfbereitschaft beim Spitalspersonal
Unterdessen hat am Montag - einen Tag früher als geplant - die Impfung von Mitarbeitern auf den Covid-Stationen in Kärntner Krankenhäusern begonnen, deren es insgesamt 1800 gibt. Laut Kurath hatten sich mit voriger Woche bereits 70 Prozent der Mitarbeiter des Krankenanstalten-Betreibers Kabeg für eine Impfung angemeldet, in den Covid-Stationen dürfte diese Zahl sogar noch höher sein. Am Donnerstag wird auch mit der Immunisierung der niedergelassenen Ärzte in Kärnten begonnen.

Auch beim oberösterreichischen Spitalspersonal herrscht offenbar eine hohe Impfbereitschaft. Bei der Gesundheitsholding liegt man derzeit laut einer Umfrage zwischen 70 und 80 Prozent. „Spitzenreiter“ sind die Barmherzigen Brüder, hier nützen alle Ärzte und insgesamt zwei Drittel aller Mitarbeiter die Möglichkeit zur Impfung.

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