Kultur und Philosphie

Wo ein Dorf zur Bühne für die großen Fragen wird

Kärnten
14.07.2026 12:04

Sankt Daniel im Gailtal wird von 15. bis 19. Juli zum Treffpunkt für Kunst, Philosophie und gesellschaftlichen Dialog. Das Kulturfestival „BÜHNE DER MACHT“ verwandelt den kleinen Ort für fünf Tage in einen Denkraum auf der Spielfläche. 

Macht begegnet uns jeden Tag, in der Familie, in Freundschaften, am Arbeitsplatz sowie in der Gesellschaft. Doch wie bewusst gehen wir mit ihr um? Das interdisziplinäre Kulturfestival „BÜHNE DER MACHT“ widmet sich dem zentralen und zugleich oft tabuisierten Thema.

„Macht existiert im Privaten und im Öffentlichen zugleich. Wer erkennt, dass er selbst Macht hat, beginnt Verantwortung zu übernehmen“, so die künstlerische Leiterin Cornelia Rainer, die gemeinsam mit dem strategischen Festivalleiter Matthias Mamedof das Festival ins Leben gerufen hat und damit einen Raum für Kunst, und gemeinsames Nachdenken schaffen will.

„Radetzkymarsch“ im Theaterzelt
Herzstück des Festivals ist die Bühnenadaption von Joseph Roths „Radetzkymarsch“. Unter dem Motto „Zeiten im Wandel: Macht gestalten – Freiheit leben“ erzählt die Inszenierung die Geschichte einer Familie am Ende der Habsburgermonarchie – und schlägt dabei bewusst den Bogen in die Gegenwart: Was übernehmen wir von früheren Generationen – und wo beginnen wir, selbst zu entscheiden?

Schauspieler Nikolaus Barton ist Teil des Ensembles.
Schauspieler Nikolaus Barton ist Teil des Ensembles.(Bild: Barbara Palffy)
Alina Fritsch wird im Gailtal auf der Bühne stehen.
Alina Fritsch wird im Gailtal auf der Bühne stehen.(Bild: Barbara Palffy)

Die Inszenierung verdichtet diesen Konflikt zu einem Theaterabend über Macht, Orientierung und den Mut, anders zu handeln. Sie fragt nach den Spielräumen, die uns bleiben – und nach der Verantwortung, sie zu nutzen. Ein wesentliches Element der Inszenierung ist auch die aktive Einbindung der Menschen aus der Region: „Hier sind Menschen keine Zuschauer, sondern aktiv Gestaltende. Sie bringen ihre Perspektiven ein und stellen Fragen, die uns alle betreffen“, so Mamedof, der auch selbst auf der Bühne stehen wird.

Philosophie verlässt den Seminarraum
Die „BÜHNE DER MACHT“ endet nicht mit dem Schlussapplaus des Schauspiels: Über den gesamten Festivalzeitraum laden Workshops, Vorträge und Gesprächsformate zum Mitdenken und Mitreden ein (freier Eintritt). Bei interessanten Gesprächsrunden, einer Wanderung durch die Landschaft oder einem Nachtgespräch mit dem Begründer der Philosophischen Praxis, Gerd Achenbach, wird gemeinsam über Macht, Freiheit und Verantwortung nachgedacht und diskutiert.

Ein Festival, das nicht nur Fragen stellt, sondern Besucher dazu einlädt, über die eigene Rolle in Gesellschaft und Zusammenleben neu nachzudenken. Alle Informationen unter: festival.buehne-der macht.com.

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