Endlich "Windstille"

So sagst du Blähungen gezielt den Kampf an

Gesund
19.11.2010 17:07
Blähungen können die Lebensqualität mitunter stark beeinträchtigen. Wir sagen dir, wie du den lästigen Winden ganz gezielt den Kampf ansagen kannst.

Bei jedem Verdauungsvorgang entstehen Darmgase. Der größte Teil davon kommt in den Blutkreislauf und wird über die Lunge ausgeschieden. Von Blähungen spricht man bei einem Gasüberschuss, der nicht über diesen Weg abgeht. 

Bei Milcheiweißallergie, Histamin- und Laktoseintoleranz können neben starken Blähungen (Flatulenz genannt) auch Durchfälle auftreten. Außerdem führen manche Zuckerersatzstoffe wie Sorbit in erhöhten Mengen zu Luftansammlungen im Darm.

Beim Verzehr von Hülsenfrüchten kann es ebenfalls zu vermehrter Gasbildung kommen. Diese enthalten die Zuckermoleküle Rhamnose und Stachyose, die im Dünndarm nicht verwertet und erst im Dickdarm durch Bakterien der Darmflora zersetzt werden. Die Zuckermoleküle sind unter anderem in Zwiebeln, Kohl, Bohnen, Eiern und Sellerie enthalten. 

Zu üppige, fette und hastige gegessene Speisen lösen ebenfalls Blähungen aus, genauso wie kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und Kaffee. Der Grund kann aber auch in plötzlicher Ernährungsumstellung auf Vollkornprodukte liegen, weil sich der  Verdauungstrakt erst an die ungewohnte Kost gewöhnen muss.  Aber auch Stress und Angst führen mitunter zu aufgeblähtem Bauch. 

Schwangere leiden übrigens häufig an Blähungen, genauso wie viele Säuglinge in den ersten Lebenswochen oft von heftigen Bauchkrämpfen geplagt werden (Drei-Monats-Koliken).

So sagst du den lästigen Winden ganz gezielt den Kampf an:

  • Die Nahrung gründlich kauen. Dadurch werden im Darm weniger Gase gebildet. 
  • Iss vorwiegend Speisen, die leicht verdaulich sind, und vermeide größere Mengen von blähenden Lebensmitteln. 
  • Bevorzuge gekochte statt gebratene oder frittierte Gerichte. 
  • Salate und Rohkost werden am Abend meist schlechter vertragen. 
  • Körperliche Aktivitäten bringen den Darm in Schwung und beugen Luftansammlungen vor.
  • Meide stark kohlensäurehaltige Getränke. 
  • Um die Verdauung anzuregen, sollten zum Kochen Gewürze wie Kümmel, Majoran, Anis und Koriander verwendet werden. Auch Artischocken kurbeln die Verdauung auf natürliche Weise an. 
  • Kümmel gilt als eines der besten pflanzlichen Mittel gegen Blähungen. Man verwendet die Kümmelfrüchte oder das aus den Früchten gewonnene ätherische Öl. 
  • Auch Gelbwurz kann gegen geblähten Bauch helfen: Einen Teelöffel Wurzelpulver mit etwa 150 ml heißem Wasser aufgießen und zehn bis 15 Minuten ziehen lassen. Zwei bis drei Tassen Tee zwischen den Mahlzeiten trinken. Auch eine  Mischung aus Anis und Fenchel kann probiert werden. 

Bevor man Blähungen aber selbst behandelt, sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen wie Darmleiden, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege sowie Krebs ausschließen zu können.

Karin Rohrer, Kronen Zeitung

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