Bei jedem Verdauungsvorgang entstehen Darmgase. Der größte Teil davon kommt in den Blutkreislauf und wird über die Lunge ausgeschieden. Von Blähungen spricht man bei einem Gasüberschuss, der nicht über diesen Weg abgeht.
Bei Milcheiweißallergie, Histamin- und Laktoseintoleranz können neben starken Blähungen (Flatulenz genannt) auch Durchfälle auftreten. Außerdem führen manche Zuckerersatzstoffe wie Sorbit in erhöhten Mengen zu Luftansammlungen im Darm.
Beim Verzehr von Hülsenfrüchten kann es ebenfalls zu vermehrter Gasbildung kommen. Diese enthalten die Zuckermoleküle Rhamnose und Stachyose, die im Dünndarm nicht verwertet und erst im Dickdarm durch Bakterien der Darmflora zersetzt werden. Die Zuckermoleküle sind unter anderem in Zwiebeln, Kohl, Bohnen, Eiern und Sellerie enthalten.
Zu üppige, fette und hastige gegessene Speisen lösen ebenfalls Blähungen aus, genauso wie kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und Kaffee. Der Grund kann aber auch in plötzlicher Ernährungsumstellung auf Vollkornprodukte liegen, weil sich der Verdauungstrakt erst an die ungewohnte Kost gewöhnen muss. Aber auch Stress und Angst führen mitunter zu aufgeblähtem Bauch.
Schwangere leiden übrigens häufig an Blähungen, genauso wie viele Säuglinge in den ersten Lebenswochen oft von heftigen Bauchkrämpfen geplagt werden (Drei-Monats-Koliken).
So sagst du den lästigen Winden ganz gezielt den Kampf an:
Bevor man Blähungen aber selbst behandelt, sollte man immer einen Arzt aufsuchen, um ernsthafte Erkrankungen wie Darmleiden, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse oder der Gallenwege sowie Krebs ausschließen zu können.
Karin Rohrer, Kronen Zeitung
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