17.12.2020 11:37 |

Erhöhte Gefahr

Rechnungshof empfiehlt Drohnenabwehr für Flughäfen

Österreichs Flughäfen weisen keine wirksame Abwehrmöglichkeit gegenüber Drohnen auf. Zu diesem Schluss kommt der Rechnungshof und empfiehlt daher, für die größten Flughäfen zumindest je ein Drohnenabwehrsystem an Ort und Stelle bereitzustellen. Im Notfall konnte demnach im Prüfzeitraum von 2013 bis 2017 lediglich auf Drohnenabwehrgeräte des Innenministeriums zurückgegriffen werden, was zu lange dauern würde.

Der Prüfbericht kommt zu dem Schluss, dass Drohnen für Flugzeuge bei Starts und Landungen eine erhöhte Gefahr darstellen. Weil ein „erhebliches Risiko für Personen- und Sachschäden“ bestehe, empfiehlt der Rechnungshof dem Innenministerium, Drohnenabwehrsysteme für die größten Flughäfen bereitzustellen. Auch sollten Strategien zur Drohnenabwehr entwickelt werden.

Nehammer sieht Flughäfen in der Verantwortung
Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) erkannte in einer Reaktion auf die Empfehlung des Rechnungshofs zwar die von Drohnen ausgehende erhöhte Terrorgefahr an, sieht jedoch die Flughafeneigentümer in der Verantwortung. Sie seien für die Sicherheit auf Flughäfen zuständig und müssten folglich Drohnenabwehrsysteme selbst anschaffen.

Nur sieben Prozent der Drohnen offiziell bewilligt
Der Rechnungshof bemängelte zudem, dass von 2015 bis 2017 lediglich etwa sieben Prozent der Drohnennutzer ihrer Bewilligungspflicht nachgekommen seien. Spielzeug- und Profidrohnen sind hier nicht eingerechnet. Austro-Control-Geschäftsführerin Valerie Hackl betonte, dass mit Anfang nächsten Jahres eine vereinfachte Registrierung für Drohnen eingeführt werde, wodurch die Bewilligungsquote erhöhte werden solle. Eine Drohnenregistrierung solle online künftig nur noch fünf Minuten in Anspruch nehmen.

Ab 1. Jänner gilt eine neue Durchführungsverordnung der Europäischen Kommission. Drohnen müssen demnach einfach identifiziert werden können. So könnten Chips zur Identifizierung eingesetzt werden, die zugleich das Fliegen über Verbotszonen wie Flughäfen unterbinden. Die Austro Control will auf Bewusstseinsschaffung setzen. Auch Nehammer meinte, dass die Öffentlichkeit besser über den Umgang mit Drohnen geschult werden müsse.

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