Für krebskranke Kinder

Unterstützung und Hilfe auf Augenhöhe

Gesund
06.12.2020 05:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Sie sind „Survivors“, Überlebende von Kinderkrebs. Nun helfen sie anderen betroffenen Sprösslingen und Angehörigen mit Gesprächen und verschiedenen Unternehmungen.

„Als krebskrankes Kind bist du im Spital von erfahrenen Menschen umgeben, die das Beste für dich wollen. Dennoch fühlt man sich oft nicht verstanden, denn diese wissen nicht, was du wirklich durchmachst. Mit jemandem, der die Krankheit am eigenen Leib erlebt hat, ist man jedoch schnell auf einer Wellenlänge“, erklärt Hannah Gsell den Grundgedanken der „Survivors“, deren Bundesleiterin sie ist. Die „Survivors“ wurden 2003 als österreichische Interessensvertretung gegründet, um den Austausch mit anderen „Überlebenden“ zu forcieren und zu strukturieren. Geboten wird heute in fast allen Bundesländern umfassende Unterstützung aktuell sowie ehemals krebskranker Kinder und Jugendlicher in Form von unterschiedlichen Projekten. Coronabedingt allerdings gerade nur in digitaler Form, nicht wie sonst, in Form von wöchentlichen Besuchen im Spital. Die Mentoren (derzeit etwa 20 in Österreich) durchlaufen einen fundierten Lehrgang, bevor sie diese wichtige Aufgabe übernehmen können. Dieses tolle ehrenamtliche Engagement wurde heuer deshalb auch mit dem „Occursus“, dem Preis für Kommunikation in der Onkologie, ausgezeichnet.

Mut machen und die Ängste nehmen
Die mittlerweile 28-jährige Hannah Gsell weiß genau, welche Fragen und Probleme krebskranke Kinder und Jugendliche quälen, schließlich war sie selbst einmal betroffen. „Mit 14 Jahren erkrankte ich an lymphatischer Leukämie und hätte mir während der Zeit im Krankenhaus, aber vor allem auch danach gewünscht, mit jemandem reden zu können, der alles bereits überstanden hat“, erinnert sich die junge Frau.

Zitat Icon

Ich habe durch meine Erkrankung viel gelernt, und dafür bin ich dankbar. Das möchte ich jetzt zurückgeben.

Hannah Gsell, „Survivor“

Fragen beantworten oder einfach spielen
„Je nachdem, wie alt der Patient ist, gehen wir natürlich unterschiedlich auf ihn ein. Kleine Kinder führen wir spielerisch ans Thema heran, Teenager haben natürlich andere Fragen. Die jungen Menschen wollen etwa wissen, welche Medikamente ich genommen habe, wie es mir dabei ging, wann ich meine Haare verlor oder wie meine Freunde mit der Krankheit umgegangen sind.“ Die Zukunft beschäftigt vor allem die Eltern: Kann man als Erwachsener einen Beruf ausüben oder eine Familie gründen? Aber auch die Kinder brauchen oft weiterhin Unterstützung. Deshalb gibt es nach dem Krankenhausaufenthalt ebenfalls Projekte. „Man ist geheilt, nicht gesund. Viele Betroffene plagen körperliche und seelische Spätfolgen. Darauf ist man in den seltensten Fällen vorbereitet - was wir ändern wollen“, so Hannah Gsell, die hauptberuflich als Psychologin arbeitet.

Preis für Onko-Kommunikation
Der „Occursus“ prämiert Projekte und fördert Ideen, welche die Kommunikation in der Onkologie mit Patienten, Angehörigen und behandelnden Personen verbessern. Einreichen kann jeder - egal ob Privatperson, oder beruflich mit dem Thema Onkologie befasst. Die Ausschreibung läuft noch bis 25. Jänner 2021.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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