02.11.2020 11:13 |

Lager sind voll

Keine Engpässe in Supermärkten zu befürchten

Am Dienstag 0 Uhr tritt in Österreich der zweite Lockdown in Kraft. Viele Menschen blicken diesem mit Besorgnis entgegen, auch ist die Angst vor neuerlichen Hamsterkäufen groß. Bilder leerer Regale und ausverkaufter Grundnahrungsmittel haben sich im März tief in das Gedächtnis so manchen Österreichers eingebrannt. Diskonter aber beruhigen nun - die Lager sind voll, stark nachgefragte Artikel wurden zusätzlich eingelagert. Man sieht sich für die kommende Zeit gut gerüstet, Hamsterkäufe seien keinesfalls nötig.

„Wir sind an dem Punkt angelangt, da mussten wir die Notbremse ziehen“, unterstrich Kanzler Sebastian Kurz Montagfrüh im „Krone“-Studio, warum die Entscheidung zum neuerlichen Lockdown - wie in anderen Ländern Europas - unumgänglich gewesen sei. Jetzt gehe es um eines: „Die Infektionszahlen so rasch wie möglich zu senken, damit wir schnell wieder Öffnungsschritte setzen können.“ Als Zeitraum deutete er den gesamten November an.

Nun steht uns also eine kurze Zeit voller Entbehrungen bevor: Gastronomie, Freizeiteinrichtungen und Hotels werden geschlossen, das Leben verlagert sich nicht nur ob der kälteren Jahreszeit wieder vermehrt in die eigenen vier Wände. Damit es dort an nichts mangelt, neigen viele zu Hamsterkäufen, die im März rund um den Erdball für Verunsicherung gesorgt haben. Als kostbarstes Gut war vor allem Klopapier gefragt.

Grafik (unten): Das haben die Österreicher im März/April eingekauft

„Vorsorglich die Lagerstände erhöht“
Der Einkauf großer Mengen jedweder Waren sei aber nicht nötig, beruhigen österreichische Handelsketten. Bereits am Freitag wurde versichert, dass sie für eine höhere Kundennachfrage aufgrund der erwarteten Verschärfungen der Corona-Maßnahmen vorbereitet sind. Die Lager seien voll. Bei Rewe (unter anderem Billa, Merkur, Penny) hat man sich auch auf eine höhere Nachfrage eingestellt. „Wir haben vorsorglich die Lagerstände und Zuteilungen erhöht“, heißt es. Derzeit gebe es aber „kaum Bevorratungskäufe“. Am Wochenende jedoch war die Nachfrage etwas höher, als an einem üblichen Samstag, womöglich aber auch wegen Halloween.

Lagerbestände an hohe Nachfrage angepasst
Der Lebensmitteldiskonter Hofer sieht ebenfalls keinen Grund zur Sorge. Der Lebensmittelhändler habe seine sechs Logistikzentren präventiv vorbereitet und den Bestand von stärker nachgefragten Artikel deutlich erhöht. Die Versorgung mit frischen und regionalen Lebensmitteln sei dank eines starken und stabilen heimischen Lieferantennetzwerkes zu jeder Zeit sichergestellt, ausufernde Vorratskäufe seien nicht notwendig. Es gebe „ein paar Artikel, wie zum Beispiel Mehl, Germ oder Toilettenpapier, die in diesen Tagen etwas verstärkt nachgefragt" würden.

„Hamsterkäufe sind keinesfalls notwendig“
Von Engpässen bzw. einer Situation, wie wir sie im März dieses Jahres erlebten - in Supermärkten und Postlagern musste sogar das Bundesheer Unterstützungsarbeit leisten -, könne jedoch nicht gesprochen werden, so Horst Leitner, CEO der Hofer KG. „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, um den Bedarf unserer Kunden auch in den kommenden Tagen und Wochen bestmöglich abdecken zu können. Wir haben aus der sprunghaften Nachfrage im Frühling wichtige Erfahrungen gesammelt und entsprechende Vorkehrungen getroffen. Hamsterkäufe sind keinesfalls notwendig.“

„Kein Grund für Hamsterkäufe oder Verunsicherung“
Auch der Diskonter Lidl sieht sich gut vorbereitet. „Unsere Lager sind gefüllt. Es gibt genug Lebensmittel und Hygieneartikel in Österreich und wir werden die Versorgung der Bevölkerung auch in einer neuerlich verschärften Situation wie gewohnt sicherstellen“, so Lidl-Österreich-Chef Alessandro Wolf. „Auch wenn hier wieder schwierigere Wochen auf uns alle zukommen, es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe oder Verunsicherung.“

Mara Tremschnig
Mara Tremschnig
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