In Austrian-Flieger

Rabiater Schubhäftling löst Notrutsche aus

Österreich
23.04.2026 11:18
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein Abschiebehäftling brachte am BER einen Wien-Flug völlig aus dem Takt: Der Mann randalierte an Bord, Polizisten mussten eingreifen und ihn aus der Maschine holen. In dem Gerangel löste der Mann aber die Notrutsche aus. Fazit: Alle Passagiere mussten aussteigen. Nicht alle durften wieder an Bord!

Am Donnerstag sollte ein Abschiebehäftling vom Berliner Hauptstadtflughafen BER über Wien nach Larnaka auf Zypern gebracht werden. Doch an Bord eines Airbus A320 der Austrian Airlines kam alles anders: Der Mann aus Pakistan begann in den hinteren Reihen plötzlich lautstark zu randalieren und sorgte binnen Minuten für angespannte Stimmung im gesamten Flugzeug. Die Lage eskalierte rasch. Die ihn begleitenden Polizisten mussten eingreifen, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Schließlich wurde der Mann aus der Maschine geführt.

Doch damit war die Lage noch lange nicht beruhigt: Während des Gerangels wurde an der Vordertür die Notrutsche ausgelöst – ein sicherheitskritischer Moment mit weitreichenden Folgen. Eine Sprecherin von Austrian Airlines bestätigte einen Vorfall in der Maschine. Der Passagier habe sich „lautstark bemerkbar gemacht“, weswegen beschlossen worden sei, dass er aussteigen müsse. Leider sei dabei die Notrutsche aktiviert gewesen. Die gesamte Maschine musste daraufhin geräumt werden, alle Passagiere stiegen aus.

Wegen eines randalierenden Abschiebehäftlings kurz vor dem Abflug musste ein Airbus A320 von ...
Wegen eines randalierenden Abschiebehäftlings kurz vor dem Abflug musste ein Airbus A320 von Austrian Airlines geräumt werden.(Bild: APA/dpa)

Ein Drittel der Passagiere konnte nicht mitfliegen
Die Folgen waren erheblich: Die ursprünglich geplante Passagierzahl wurde aus Sicherheitsgründen von 161 auf 110 reduziert – 51 Fluggäste konnten nicht mitfliegen. Dabei handle es sich um eine Sicherheitsvorgabe, so die Sprecherin von Austrian Airlines. Die Notfallrutsche werde dann in Wien ausgetauscht. Erst am späten Morgen durften die ersten wieder an Bord. Statt wie geplant um 7 Uhr hob der Flieger am Ende mit rund zweieinhalb Stunden Verspätung ab.

Kein Einzelfall!
Insgesamt wurden in Deutschland im Vorjahr 22.787 Menschen abgeschoben, 19.987 davon per Flug. Doch: 1593 Abschiebungen mussten abgebrochen werden. Die Gründe sind vielfältig und waren demnach etwa medizinische Notfälle, aktiver und passiver Widerstand, fehlendes Personal oder Dokumente sowie Selbstverletzung oder derartige Versuche. Auch ein Ablehnen der Übernahme durch die Bundespolizei oder Gründe im Zusammenhang mit dem Flug selbst werden genannt.

Teurer Zwischenfall für Airline
Der Zwischenfall dürfte auch finanziell schmerzhaft sein: Wird bei einem Airbus A320 eine Notrutsche ausgelöst, wird es richtig teuer. Allein das Neuverpacken und Einbauen kostet meist mehrere tausend bis zehntausende Euro und benötigt zwischen vier und acht Stunden. Muss die Rutsche ersetzt werden, können schnell bis zu 60.000 Euro fällig werden. Noch teurer sind die Folgen im Betrieb: Verspätungen, Umbuchungen und organisatorischer Aufwand treiben die Gesamtkosten in solchen Fällen nicht selten auf über 100.000 Euro.

Stellungnahme aus Wien
Das Innenministerium in Wien ließ zu dem Vorfall wissen: „Beim Abgeschobenen handelt es sich um einen pakistanischen Staatsangehörigen, der von Deutschland am Weg nach Zypern (Larnaka) war (...). Es sei ledig eine Zwischenlandung in Wien vorgesehen gewesen. „Es handelte sich um eine sogenannte Durchbeförderung – es besteht keine asyl- oder fremdenrechtliche Zuständigkeit der österreichischen Behörden.“

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