Song-Contest-Debatte

Promis unterschreiben jetzt gegen Israel-Boykott

Song Contest
24.04.2026 21:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Mittwoch war eine Petition bekannt geworden, mit der mehr als 1100 Musikschaffende zum Boykott des Eurovision Song Contest (ESC) in Wien aufriefen. Grund ist die Teilnahme Israels. Inzwischen hat auch ein gegenläufiger Offener Brief mehr als 1000 namhafte Kunstschaffende versammelt.

Dieser wurde unter anderem von den Hollywoodschauspielerinnen Helen Mirren, Amy Schumer und Mila Kunis, und von Musikschaffenden wie dem Kiss-Mitbegründer Gene Simmons unterzeichnet. Geschrieben hat ihn die Organisation „Creative Community For Peace“. Darin heißt es etwa:  „Wir waren enttäuscht und schockiert, dass manche Mitglieder der Unterhaltungsindustrie zum Ausschluss Israels vom Contest aufgerufen haben – als Antwort auf das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust“. Veranstaltungen wie Gesangswettbewerbe hätten eine „enorme Bedeutung, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken und die Menschen unterschiedlichster Herkunft durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik zusammenzubringen“.

Der Wettbewerb sei „eine gemeinsame Feier der Einheit“, kein „politisches Instrument“. Anlass für die mehrjährige Debatte um Israels ESC-Teilnahme war der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen als Reaktion auf den Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. Inzwischen ist der Krieg offiziell beendet, allerdings werden immer wieder Angriffe gemeldet. Mehr als die Hälfte des Gebiets ist weiterhin unter israelischer Militärkontrolle.

Zitat Icon

Gesangswettbewerbe haben eine enorme Bedeutung, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken

Offener Brief der „Creative Community For Peace“

Im Boykott-Aufruf der Gegenseite heißt es hingegen: „Als Musikerinnen, Musiker und Kulturschaffende lehnen wir es ab, dass der Eurovision Song Contest genutzt wird, um Israels Völkermord und brutale militärische Besatzung gegen die Palästinenserinnen und Palästinenser zu normalisieren und zu beschönigen.“ Der israelische Sender KAN, der teilnehme, sei in den Völkermord verstrickt. Gegen die Beteiligung Israels ist am Samstag, 16. Mai, in Wien eine Demonstration angemeldet.

Israel hat jetzt „Eurofan Café“
Unterdessen hat Israel mit etwas Zeitverzug zu den anderen Teilnehmerländern jetzt auch ein eigenes „Eurofan Café“ in Wien. Dabei handelt es sich um die MQ Kantine im zentral gelegenen Museumsquartier. „Alle sind herzlich eingeladen, und wir möchten betonen, dass es hier nicht um Politik geht, sondern sich in diesen Tagen alles um Musik, Kultur, gemeinsam Essen, Trinken, Singen und Tanzen dreht“, teilten die Inhaber mit.

„In diesem Sinn wird die MQ-Kantine von 3. Mai bis 16. Mai zum ‘Eurofan Cafe‘ für die Fans des israelischen Sängers und Songwriters Noam Bettan, der mit seinem Song ‘Michelle‘ teilnimmt“, teilte das Echo Medienhaus mit. Die Kaffeehäuser sind Pate und Gastgeber für ein oder zwei der 35 Teilnehmerländer. Fünf traditionelle ESC-Teilnehmerländer wie Spanien und die Niederlande hatten nach der Zulassung Israels zum Bewerb ihren eigenen Rückzug angekündigt.

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