28.09.2020 12:29 |

Mehr Chance als Gefahr

Vorbehalte gegen künstliche Intelligenz nehmen ab

Menschen stehen künstlicher Intelligenz nicht mehr so skeptisch gegenüber wie noch vor drei Jahren. Das ist das Ergebnis einer am Montag veröffentlichten Umfrage des deutschen Digitalverbandes Bitkom. Demnach sehen inzwischen rund zwei Drittel (68 Prozent) der Befragten KI eher als Chance, dagegen nur 29 Prozent als Gefahr. Bei einer Umfrage im Jahr 2017 lagen Befürworter und Skeptiker noch gleichauf.

Die Akzeptanz von KI variiert aber stark je nach Einsatzgebiet. So befürworten 75 Prozent der Befragten einen Einsatz in der Pflege, 73 Prozent in Ämtern und Behörden, 67 Prozent in der Medizin und 54 Prozent in den Personalabteilungen. Dabei befürchtet allerdings knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent), dass eine KI Bewerber ohne sachlichen Grund ablehnt, weil etwa der Algorithmus bestimmte Personen diskriminiere. Bei der Betreuung von Kleinkindern sind nur 38 Prozent der Meinung, dass KI eingesetzt werden sollte.

Im Auto ja, im Flugzeug lieber nicht
Umstritten ist die Frage, welche Rolle KI im Verkehr spielen soll. Drei Viertel (76 Prozent) gehen davon aus, dass sich KI-unterstützte Warnsysteme im Auto in den kommenden zehn Jahren durchgesetzt haben werden. 60 Prozent rechnen innerhalb von zehn Jahren mit dem Durchbruch selbstfahrender Busse auf den Straßen. Aber nur 44 Prozent erwarten selbstfahrende U- oder S-Bahnen, 39 Prozent Fernzüge und 37 Prozent selbstfahrende Lieferwagen. Autonome Autos können sich 30 Prozent innerhalb von zehn Jahren auf Straßen vorstellen. Autonom fliegende Passagierflugzeuge in den nächsten zehn Jahren erwarten dagegen nur sechs Prozent, obwohl in diesem Bereich Autopilot-Systeme bereits eine große Rolle spielen.

Mehrheit erwartet mehr Unfälle durch autonome Fahrzeuge
Wenn die KI im Auto komplett das Steuer übernimmt, sehen viele Menschen schwarz: Nur jeder Dritte (36 Prozent) glaubt, dass selbstfahrende Autos schwere Unfälle und viele Tote vermeiden würden. Aber deutlich mehr (57 Prozent) gehen davon aus, dass es durch selbstfahrende Autos vermehrt zu schweren Unfällen mit vielen Toten kommen wird. „Dabei ist gerade die zusätzliche Sicherheit einer der wichtigsten Gründe für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge“, sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. Er verwies auf die amtliche Unfallstatistik: „Aktuell werden neun von zehn Unfällen mit Verletzten oder Toten in Deutschland durch menschliches Fehlverhalten verursacht.“

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